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"Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon nyad » 9 August 2011, 22:37

Hmm das Saunaargument nehme ich normalerweise auch gerne..
Aber am Wochenende war ich mal wieder seit Längerem in der Sauna und hab gleich zwei Frauen gesehen, deren Brüste operativ "optimiert" wurden..
bei der einen erkannte man es daran, dass das Implantat vor statt -wie oft üblich- unter dem Brustmuskel eingesetzt wurde, bei der Anderen waren dünne (aber gut verheilte) Narben zu sehen.. (senkrechte Naht von den BW abwärts, also vermutlich Brustreduktion/Straffung)
da hab ich mich doch glatt gefragt, wieviele Frauen dort noch so eine Op hinter sich haben, bei denen man die Narben/Spuren aber nicht sieht..
Naja, aber der Großteil der Menschen sah trotzdem normal aus, also eben mit cellulitis oder nicht-perfekten Proportionen usw, so dass ich weiterhin denke dass FKK und Saune ideal sind um verschobene Vorstellungen ins richtige Licht zu rücken.
Dabei kam mir auch der Gedanke, dass es den Männern doch schon ähnlich gehen müsste..
zumindest sehe ich so gut wie nie den athletischen Adonis mit dem soft-markanten Gesicht, der überaus wohlproportionierten Figur und der herrlichen Bariton-Stimme im realen Leben. (Außer ich guck Nachts mal rüber auf die andere Bettseite, die Rosabrille ist eben besser als jedes Photoshop *g*)

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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon Yaba » 10 August 2011, 17:11

Solche Adonisse machen doch üblicherweise den Aufguss. ;)
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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon Elfe » 10 August 2011, 19:22

Ja stimmt, ab und zu sehe ich in der Sauna Frauen mit Brüsten, denen man eine Operation ansieht.
Bei mir ruft das eher Irritationen hervor, wenn eine Brust ohne BH eine Form hält, als wäre ein BH angezogen. Sieht man einfach nicht oft, natürlicherweise sehen die meisten Brüste anders aus.
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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon Dingsda » 10 August 2011, 19:26

Elfe hat geschrieben:Irgendwie finde ich es schade, wenn ich von überraschten Reaktionen auf die Fotos lese. In den Medien verbreitete Bilder scheinen schon einen großen Einfluß zu haben, das relativiert sich vermutlich wirklich nur, wenn man häufig nackte Frauenkörper sieht *seufz* .

Darüber habe ich mit meinem Freund auch gesprochen, und letztlich sagte er etwas ganz Ähnliches wie Du: wenn man nun (wie er und ich z. B.) weder in die Sauna noch an FKK-Strände geht, wo, außer in den Medien, soll man denn auch nackte Brüste zu Gesicht bekommen? Also sehen die allermeisten wohl wirklich sehr viel häufiger die Medienvariante... :(
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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon Aletris » 10 August 2011, 20:02

Ich habe letztens über eine wissenschaftliche Arbeit gelesen, wo es darum ging, wie im Gehirn eine Vorstellung von Normalität entsteht. Kurz gesagt funktioniert es so, dass das, was wir täglich sehen (also auch Werbebilder u.dgl.), miteinander verrechnet und dann gemittelt wird. Unter natürlichen Lebensbedingungen ist dieser Vorgang ja genau so total sinnvoll... Wenn wir dann täglich mit Werbeplakaten zugemüllt werden, bestimmt das eben das Normalbild. D.h. das Gehirn unterstellt tatsächlich, dass das gephotoshopte Zerrbild der Durchschnittskörper ist. Kein Wunder, dass es in unserer Gesellschaft immer mehr Essstörungen und Dysmorphophobien gibt, man kriegt ja im Endeffekt von der Werbung wirklich um die Ohren gehauen, man sei entstellt und anormal. (Aber Leuten, die mit sich und ihrem Leben zufrieden sind, kann man eben auch weniger Sch... verkaufen.)

Diesen Einflüssen kann man sich auch kaum entziehen, da sie nicht auf der bewussten Ebene stattfinden. Insofern ist die Vorstellung, möglichst viel Zeit in der Sauna und am FKK-Strand zu verbringen (am besten noch anstatt Zeitschriften zu lesen), wohl die einzige wirklich wirksame Möglichkeit. Und jeden Tag diese tolle Website anzugucken natürlich. :D

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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon Dingsda » 10 August 2011, 20:10

Aletris hat geschrieben:Diesen Einflüssen kann man sich auch kaum entziehen, da sie nicht auf der bewussten Ebene stattfinden.

Das ist ein ganz wichtiger Punkt, den ich auch an mir selber bemerke. Ich weiß ja eigentlich, dass das unrealistisch ist, was mir da alles vorgeführt wird, aber ich höre dennoch hin und wieder ein leises "aber ich würde trotzdem gerne so aussehen" in meinem Hinterkopf. Ich darf gar nicht daran denken, wie ich mich wohl fühlen würde, wenn ich jünger und beeinflussbarer wäre. (Gab es diese Bilder eigentlich früher noch nicht in diesem Ausmaß, oder habe ich das verdrängt?)

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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon Rocknina » 10 August 2011, 20:17

Ich gehe zwar nicht häufig in die Sauna, aber doch ab und zu. Mich hat diese Galerie also auch nicht so sehr überrascht. Außerdem kenne ich ja auch die Brüste meiner Mutter. Auch sonst finde ich, dass man durchaus in normalen Schwimmbädern sehen kann, dass bei weitem nicht alle Frauen Brüste haben, wie sie meistens in den Medien zu sehen sind. Dank schlecht passender BHs oder in dem Fall Bikinis und co. sieht man auch dort hängende Brüste und kann natürliche Formen erahnen.
Aber gerade in der Sauna finde ich es immer entspannend, dass die meisten Menschen dort genauso ihre Makel haben wie man selbst. Es gehen ja nicht nur solche Menschen in die Sauna, die einen "perfekten" Körper (gemäß dem Schönheitsideal, den uns die Medien vorgaukeln) haben. Und man wird auch nicht angestarrt, weil die Brüste so sind wie sie sind. Das interessiert eigentlich keinen so wirklich, es sind ja alle nackt. Wenn ich länger nicht mehr dort war, hab ich mir durchaus schonmal gedacht "was denken denn die anderen, wenn sie sehen, wie klein, [...] meine Brüste sind". Aber in der Sauna gibt es ähnliches zu sehen wie in dieser Galerie. Das haben Elfe und nyad ja schon geschrieben.
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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon Shirly » 11 August 2011, 19:25

nyad hat geschrieben:Dabei kam mir auch der Gedanke, dass es den Männern doch schon ähnlich gehen müsste..
zumindest sehe ich so gut wie nie den athletischen Adonis mit dem soft-markanten Gesicht, der überaus wohlproportionierten Figur und der herrlichen Bariton-Stimme im realen Leben.


Den Männern ist ihr Aussehen aber meist nicht so wichtig. Wenn Mann zugelegt hat, stellt er sich vor den Spiegel und klatscht sich stolz auf den Bauch ;) :lol:

Mein Freund sagte mal zu mir "Cellulite? Pff.. Her damit, mir doch egal"
Ich glaube auch, dass wir Frauen wirklich die einzigen sind die ein Problem mit unserer Cellulite haben. Wenn ein Mann auf eine Frau ohne Cellulite besteht, dann muss der erstmal suchen. Uns gibt es halt einfach nur mit *ja*

Ich selbst sollte aber vielleicht auch mal in die Sauna gehen. Mir geht es nämlich genauso wie Dingsda. Ich war noch nie in einer Sauna. Nackte Brüste kenn ich nur die von Mama und von den Medien eben.
Mich haben die Fotos von der "breast gallery" auch sehr überrascht :o Aber wenn man sonst nichts anderes zu Gesicht bekommt, glaubt man ja wirklich die eigenen Brüste sehen abnormal aus.
Brüste die "normal" aussehen, müssen dann ja auch unbedingt operiert werden und belasten ihre Besitzerin unglaublich. *ironie* Wie soll man da dann selbst zufrieden sein?


Dingsda hat geschrieben: "aber ich würde trotzdem gerne so aussehen"

So gehts mir auch, obwohl ich weiß, dass es Unrealistisch ist. Aber würde mir einfach besser gefallen.
Da ich selbst hobbymäßig mit Photoshop arbeite und auch schon einige heftige Makeover gesehen habe, weiß ich, dass man keinem Bild mehr trauen kann.
Vorgestern habe ich in der Bild-Zeitung eine Sportlerin gesehen, die sich für den Playboy ablichten hat lassen. Die hat gesagt, dass die ihre Waden retuschiert haben, weil sie zu muskulös waren :o
Sie selbst findet aber ihre Waden das schönste an sich.
Und das finde ich einfach unglaublich, dass eine durchtrainierte Sportlerin dünner retuschiert werden muss.
Selbst bei super Schlanken Models habe ich schon gesehen, dass die dürren Beine zu Streichhölzern gemacht wurden.
Schade, dass sowas als Schönheitsideal gilt. Etwas was es einfach nicht gibt. Und wir Frauen verlangen von uns (und es wird von uns verlangt) so auszusehen.
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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon Flammenlilie » 11 August 2011, 23:52

Den Männern ist ihr Aussehen aber meist nicht so wichtig. Wenn Mann zugelegt hat, stellt er sich vor den Spiegel und klatscht sich stolz auf den Bauch ;) :lol:


Naja, aber das ist auch nicht mehr so, wie es mal war. Es gibt doch diese Welle der "metrosexuellen" typen, deren Augenbrauen ordentlicher gezupft sind als meine.... Da erzählt mir meine Freundin immer vom Lebensgefährten ihrer Mutter. Der nimmt zu, weigert sich allerdings größere Klamotten zu kaufen.
Mein Eindruckt ist, das eben auch Männer unter dem Schönheitswahn/-druck leiden (können). Nicht alle, versteht sich.
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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon inillebinil » 12 August 2011, 01:16

Ich denk, dass es dort langsam einen Wandel gibt. Es war ja jahrzehntelang so, dass Männer so erzogen wurden, dass es wichtig ist, dass sie erolgreich sind und Frauen so erzogen wurden, dass es wichtig ist, gut auszusehen. Aber das stammt halt noch aus den 60ern oder früher. Und heute vermischt sich das ein Bisschen: Frauen wird beruflicher Erfolg langsam immer wichtiger, die smarte Karrierefrau ersetzt langsam das Ideal von der perfekt frisierten, perfekten Hausfrau. Und bei den Männern tritt das eigene Aussehen immer mehr in den Vordergrund.
Allerdings scheint es weniger ein Wechsel von Idealen zu sein, sondern mehr, dass man jetzt gefälligst gut auszusehen UND beruflich erfolgreich zu sein hat. :-(

Jetzt wird es noch ein Bisschen mehr OT, aber da es ja eh nicht mehr soo sehr um das eigentliche Thema geht und ich es gern loswerden möchte sag ich es mal, ich hoffe es ist okay:
Ich habe das Gefühl, dass durch die Medien immer mehr ein Single-Lifestyle propagiert wird und frage mich, wo das hinführen soll. Als meine Oma jung war, war jeder junge Mann stolz darauf, wenn er eine Freundin hatte. Die Jungs mit Beziehung waren die Coolen, die "Macher" und die ohne Freundin waren neidisch und haben sich teilweise sogar geschämt dafür Single zu sein. (So kenn ich es aus ihren Erzählungen) Heutzutage ist es das genaue Gegenteil find ich. Beziehungen werden als uncool dargestellt, in Liedern oder auch Filmen sind die Frauen nur so lange begehrenswert wie Mann sie nicht haben kann. Ehefrauen oder Freundinnen werden nur als lästige, zickige Anhängsel dargestellt, die den Mann davon abhalten die nächste superheiße Single-Frau abzuchecken und seinen eigentlich viel cooleren Lifestyle umzusetzen. Und ich habe schon von einigen gehört, und auch selbst zu Schulzeiten erlebt, dass Jungs sich rechtfertigen müssen vor den Anderen weil sie eine Freundin haben oder diese schlichtweg verleugnen.
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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon Gloria » 12 August 2011, 10:57

Aletris hat geschrieben:Ich habe letztens über eine wissenschaftliche Arbeit gelesen, wo es darum ging, wie im Gehirn eine Vorstellung von Normalität entsteht. Kurz gesagt funktioniert es so, dass das, was wir täglich sehen (also auch Werbebilder u.dgl.), miteinander verrechnet und dann gemittelt wird.


Aletris, das ist ein unheimlich wichtiger Aspekt! Danke, dass du ihn aufgeführt hast. (Hast du vielleicht einen Link oder Stichworte zum Selbergoogeln?)

Mir fiel da jedenfalls so einiges an Schuppen von den Augen, denn mMn erklärt dies, warum Frauen ab einem gewissen Alter (so ab Mitte, Ende 30 schätzungsweise) viel weniger stark von Werbefotos etc. beeinflusst werden als jüngere Frauen. Ich bin Jahrgang 1969 und mit ganz anderen Bildern und Ansichten konfrontiert worden als eine Frau, die 20 Jahre jünger ist! Ich denke ganz oft bei Modelfotos etc: Haha, so sieht doch kein Mensch aus. Manche jüngere Frau würde vielleicht eher denken: Alle sehen so aus, warum ich nicht?

Ich nehme das nachher mal in meinem BHlog auf.
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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon Jubilee » 12 August 2011, 12:53

Gloria hat geschrieben: Ich denke ganz oft bei Modelfotos etc: Haha, so sieht doch kein Mensch aus. Manche jüngere Frau würde vielleicht eher denken: Alle sehen so aus, warum ich nicht?


Zumal die Models ja im Alter der jüngeren Frauen sind, und nicht in fortgeschrittenem Alter (bzw, die Models in diesem Alter sind dann eh nicht unrealistisch rappeldürr, siehe Dove). Da sind die Identifikationspunkte auch nochmal ganz anders.
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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon Gloria » 12 August 2011, 13:19

Hmm ja, aber nicht immer - Julia Roberts ist 43, und die sieht auf diesen Werbefotos für Lancome aus wie... wie... from outer space.
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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon Shirly » 12 August 2011, 16:27

Flammenlilie hat geschrieben:Naja, aber das ist auch nicht mehr so, wie es mal war. Es gibt doch diese Welle der "metrosexuellen" typen

Naja die hab ich einfach mal ausen vor gelassen. Die sind mir eh suspekt und ist ja jetzt erst im kommen. Aber die haben sicherlich die gleichen Probleme wie wir Frauen. Außer dass sie keine Cellulite bekommen können. Die erfinden dann andere Probleme
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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon Seepferdchen » 12 August 2011, 20:25

Shirly hat geschrieben:
Flammenlilie hat geschrieben:Naja, aber das ist auch nicht mehr so, wie es mal war. Es gibt doch diese Welle der "metrosexuellen" typen

Naja die hab ich einfach mal ausen vor gelassen. Die sind mir eh suspekt und ist ja jetzt erst im kommen. Aber die haben sicherlich die gleichen Probleme wie wir Frauen. Außer dass sie keine Cellulite bekommen können. Die erfinden dann andere Probleme


Männer können auch Cellulite bekommen, aber meistens ist es nicht so ausgeprägt wie bei Frauen. Vielleicht sieht man die Dellen bei behaarten Beinen auch einfach nicht so gut. ;)
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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon Shirly » 13 August 2011, 11:12

Seepferdchen hat geschrieben:Männer können auch Cellulite bekommen, aber meistens ist es nicht so ausgeprägt wie bei Frauen. Vielleicht sieht man die Dellen bei behaarten Beinen auch einfach nicht so gut. ;)


Stimmt. Aber bei Frauen ist es so häufig, dass die paar Männer da gar nicht auffallen.
Männer können ja sogar Dehnungsstreifen bekommen. Sind also auch nicht vor allem geschützt, was wir Frauen haben.

Irgendwie passt das überhaupt nichtmehr zum Thread-Titel *kopfkratz*
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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon Susanne » 13 August 2011, 11:25

Ich kann überhaupt nicht zustimmen, dass Männer diese Probleme nicht haben. Schaut euch doch die männlichen Models und Stars an, sehen die weniger unrealistisch aus als ihre weiblichen Kollegen? Wenn man z. B. amerikanische Serien ansieht, sieht man nur einen Traummann mit tollem Körper, Sixpack, Wuschelhaaren neben dem Anderen.

Da ich recht viele männliche Bekannte und Freunde habe, und meinen Mann, um darüber zu reden, höre ich ständig, wie viel Druck sich auch diese machen, so aussehen zu müssen. Da fällt dann halt nicht er Busen aus der (falschen) Norm, sondern Dinge wie Glatze, Waschbärbauch etc. Die Männer, die ich kenne, leiden unter diesem Druck genauso wie die Frauen.
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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon pecten » 19 August 2011, 16:55

Shirly hat geschrieben: [...]
Irgendwie passt das überhaupt nichtmehr zum Thread-Titel *kopfkratz*


Hallo,

Stimmt, es passt nicht mehr. Und passt doch, denn auch diese Problematiken hatte ich weiterführend im Hinterkopf, als ich das Thema eröffnet habe.
Eher zu Beginn hat headology

headology hat geschrieben:Zur Diskussion der Frage der sich widersprechenden Ideale von weiblicher Schönheit, müßte man vermutlich das ganze Faß aufmachen von: Wie ist Frau-Sein überhaupt belegt? Was wird damit assoziiert? Welche Rolle spielt Aussehen für weibliche Identität? Welche Rolle spielt (männliches) Begehren für die Konstitution von weiblicher Subjektivität? usw. usf.

Das geht jetzt eher in Richtung deiner Frage, oder?


geschrieben. Stimmt genau - ich wollte das Fass. Nur braucht man Mitschwimmer dafür. ;)

Der "große Busen" war (zumindest ein bisschen) eher Aufhänger für die (eher psychologisch-abstrakten) Fragen: Wer beeinflusst unsere Wahrnehmungen und damit unser Denken? Wie leicht ist der Mensch in welche Richtungen steuerbar? Was ist mit dem Alter und der eventuell schwächer werdenden Beeinflussbarkeit? Und wieso hinterfragen wir diese ganzen Mechanismen nur ganz selten? Irgendeinen Zweck müssen die ja haben, oder?
Und nachdem (für meine Begriffe) die Natur sich meistens was dabei gedacht hat, wenn sich etwas durchgesetzt hat, die nächste Frage: Wo liegt der Sinn dieser Beeinflussbarkeit? Ist es die Anpassung an die Gruppe, um einer "Norm" (man beachte bitte gerade in diesem Kontext die Anführungszeichen!) zu entsprechen und (ganz atavistisch argumentiert) leichter einen Partner zu finden? Ist es was anderes?
Bilder im Kopf, Vorbilder, Ideale, wie hier schon öfters festgestellt wurde, werden erzeugt. Ein bisschen gröber gesagt: Nicht wir selbst erzeugen sie. Wir bekommen Input und verarbeiten den. In welche Richtung das geht und was wir von unseren persönlichen Ideen, (Vor)Urteilen, Assoziationen dazutun.. das sind wieder andere Fragen.

Und vergesst bitte nicht die Fragen von headology. Auch die sind wichtig, finde ich.

erfreut lesende und lauschende grüße!

pecten

PS.: Mir ist klar, dass es nicht der Netiquette entspricht, einen Thread zu starten und selbst nicht teilzu ehmen. Zwei Gründe dafür, dass ich nicht mehr mitgemischt hab:
Erstens: Solche Thematiken entwickeln sich meiner Erfahrung nach immer in großen Bögen und brauchen Zeit. Sie ufern fast immer aus, eben weil so viel mit hineinspielt. Psychologie (die Wahrnehmungsschiene), kulturelle Marker wie Schönheitsdenken, gesellschaftliche Einflüsse, persönliche Einstellungen (positiv wie negativ), Veränderungen des Zeitgeists (sprich Trend und Mode), (gesellschaftlicher) Druck, den man zu haben glaubt oder sich selber macht, Erwartungshaltungen und Fantasien... alles mögliche. Und solche Themen bleiben auch gern mal ganze Zeiten lang inaktiv, weil sie komplexer sind und Aufwand im Mitdenken erfordern. Da hat nicht immer jeder Lust dauf (ich auch nicht).
Und zweitens lese ich lieber andererleuts Meinungen und denke drüber nach, als meine zu schreiben. Und lerne dazu.

Danke für eure Beiträge!
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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon granatapfel » 14 März 2012, 03:50

Ich denke, die Problematik beim "Ideal des großen Busens" liegt darin oder kommt daher, dass wir alle sexy sein wollen und/oder auch so wahrgenommen werden wollen. Daher die großen Brüste, weil wir sie als Ausdruck von Weiblichkeit empfinden, als Zeichen von Fruchtbarkeit etc.
Dazu kommt, dass wir in einer sehr sexualisierten Gesellschaft leben, in der viel Wert auf Attraktivität (auch gegenüber möglichen Partnern) gelegt wird.

Komplizierter wird es dadurch, dass wir uns gleichzeitig sehr hohe moralische Standarte setzen und dazu neigen, uns selbst und andere schnell negativ zu bewerten. Das tritt dann in so hässlichen Formen wie Mobbing, Beleidigungen oder einfach nur kleinen abwertenden Bemerkungen zutage.
Frauen mit "größeren" Brüsten wird dann unterstellt, sie seien schlampig, zu aufreizend angezogen, zu unnatürlich aussehend..... die Liste lässt sich fortsetzen.
Deshalb auch die "Buchstabenphobie": Wenn D schon als sehr groß gilt und alles andere darüber als "zu groß" und "abnormal" stigmatisiert und tabuisiert wird, ist ja klar, dass niemand das will.
(Deshalb mag ich dieses Forum: Ihr betreibt Aufklärungsarbeit :) )

Das große Paradoxon ist also, dass wir einerseits "sexy" und "attraktiv" sein wollen/sollen, es uns gleichzeitig aber nicht verziehen wird, wenn wir die recht schmale und im übrigen auch ziemlich frei definierte Grenze zu "ordinär" und "billig" übertreten.


Ich kann mich selbst daran erinnern, wie ich (klein, rund, größere Brüste) einmal mit meiner besten Freundin (groß, schlank, eher kleinere Brüste; model-mäßig ideal) shoppen war. Ich hab sie nicht nur um irgendwelche Hängerchen beneidet, die ich einfach schnittmäßig niemals anziehen könnte, sondern auch um manche Oberteile, vor denen ich zurückgeschreckt bin, weil sie soviel Ausschnitt hatten, dass ich das an mir selbst zwar schön fand (ich meine, wer hat schon was gegen cleavage?!), aber nicht für alltags- bzw. gesellschaftstauglich hielt.
Gleichzeitg fand ich das gleiche Oberteil an meiner Freundin (oder ähnliche Ausschnitte an meinen Schwestern, meiner Mutter...) vollkommen okay!!

Ich trage gern tief ausgeschnitte Oberteile, weil ich finde, dass sie einen schönen, wohlgeformten Teil meines Körpers betonen.
Und ich glaube, dass wenn ich etwas bestimmtes anziehen oder tun will, dann stehen mir nur zwei Dinge im Weg:
Ich selbst, denn ich bestimme, wie ich mich in meiner Haut fühle
(alle anderen Leute, die nichts konstruktives zu sagen haben, sollen sich da bitte raushalten!).
Und 2. die Klamottenindustrie *lach*, die bitte mehr gut geschnittene Oberteile für alle Frauen machen soll.

Ich mag meine Brüste meistens so, wie sie sind, aber manchmal wünsche ich mir immer noch ganz "normale" Brüste und vor allem kleinere Warzenhöfe. Dabei entspricht diese Wunschvorstellung nicht dem, was ich an anderen Frauen tatsächlich live gesehen habe, sondern irgendwelchen Werbe-, Porno-, Mode-, Zeitschrift- und anderen Bildern aus den Medien, die in der Ära von Photoshop wohl in der Realität nie so existiert haben.

Zuviel von unserem SELBST-bild ist fremdbestimmt.




Sorry für den langen Post, ich hoffe, man kanns lesen.
Ich habe hier sehr verallgemeinert und ich war zu faul, um alles im Konjunktiv auszuformulieren.
Bitte sagt mir, falls ihr etwas unangemessen fandet. Ich will nicht, dass sich jemand angegriffen fühlt.
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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon Erdbeereis » 14 März 2012, 11:43

Ich bin mir gar nicht so sicher, ob ich die alte und ohnehin schon weit vom Ursprungsthema abgekommene Diskussion wirklich noch mal aufgewärmt sehen möchte, aber leider hast Du, lieber granatapfel, ein wenig meinen Widerspruchsgeist gekitzelt. Und gegen den bin ich leider sehr machtlos. *verlegen* Also ein paar kurze Anmerkungen.
  • "Wir alle wollen sexy sein" empfinde ich also in der Tat als unzutreffend verallgemeinernd.Ich kenne durchaus einige Frauen, die keinen gesteigerten Wert darauf legen, sexy zu sein, zum Teil, weil sie mit Dingen beschäftigt sind, die sie für sich wichtiger finden, zum Teil, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben und nichts beängstigender finden als die Vorstellung, irgendwer könnte sie sexuell attraktiv finden.
  • Ich bin mir nicht sicher, ob "Fruchtbarkeit" ein entscheidendes Kriterium für Sexyness ist. Wenn es so wäre, müsste ich mich schon sehr wundern über ein Schönheitsideal, das wenig "gebärfreudige" Hüften favorisiert.
  • Zugegeben, die Bereitschaft, andere abzuwerten, zu drangsalieren und zu mobben, ist erschreckend hoch. Dies aber ganz sicherlich nicht, weil hohe moralische Standards gesetzt werden. Hohe moralische Standards müssten es doch schließlich ganz entschieden verbieten, andere herabzusetzen und zu mobben, oder? Und wer mobbt und abwertet, tut das sicherlich nicht aus moralischen Empfindungen heraus. Ich war zwar schon lange nicht mehr auf deutschen Schulhöfen unterwegs, aber zumindest zu meiner Zeit waren nicht die mit mangelhaftem moralischen Verhalten die Mobbingopfer, sondern die Dicken, die mit Pickeln, die Stotternden (und manchmal auch nur die, die geatmet haben.)
  • Die bloße Brustform und -größe ist, glaube ich, noch keine Frage der moralischen Bewertung. Große Brüste allein machen eine Frau noch nicht zur Schlampe, noch nicht mal in den Lästermäulern der fiesesten Mobber. Brüste selbstbewusst zu zeigen, statt sie schamhaft zu verbergen, dürfte da schon eher geeignet sein, eine Frau in den Augen der Böswilligen zur Schlampe zu machen.

    Deswegen glaube ich auch nicht, dass die Buchstabenphobie ein Zeichen für die Angst von Frauen ist, man könnte sie der großen Brust wegen für billig und ordinär und eine Schlampe halten. Ich glaube stattdessen, es ist das Bedürfnis nach Noramlität und Konformität. Normal und konform ist der H&M-BH in 75B, eventuell noch 80C. Alles andere ist unnormal, unnormal, UNNORMAL! Und es gibt, glaube ich, viele, viele Menschen, die der Gedanke, nicht der Norm zu entsprechen, ganz furchtbar belastet.
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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon Hagane » 14 März 2012, 13:46

Da geb ich dir recht, Frauen wollen normal sein, denn damit ist man dann so schön wie alle Frauen, ja sogar die schönste weil die normalste oO

aber mal ne andere Frage, ich weiß nicht ob das hier schon aufgetaucht ist oder hier hingehört, falls nicht bitte sagen.
Ich hab mich in letzter Zeit gefragt, ob Buchstaben nicht eigentlich eh genau die Größe der Brust aussagen. nur halt nicht vom gedanken ausgehend dass es ein mittelmaß aller frauen gibt, sondern in proportion zur frau.
ein D ist an verschiedenen Frauen in Proportion zum Rest ihres körpers doch gleich groß oder? bedeutet dass der unterschied der cm zwischen ubb und körbchen nicht irgendwie?

Wenn man also den Buchstaben hört kann man damit sagen, ob es AN IHR groß oder klein aussieht, oder?
ihr könnt mich natürlich gerne eines besseren belehren :)
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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon Tusensköna » 14 März 2012, 19:47

@ Hagane: Eine Frau mit mit Körbchengröße D kann mehr oder weniger schlanke Hüften, Oberschenkel, einen größeren oder kleineren Bauch oder Hintern haben. Das hat ebenfalls großen Einfluss darauf, wie groß oder klein der Busen in der Gesamtproportion des Körpers wirkt. Ich glaube also nicht, dass die Körbchengröße reicht um einschätzen zu können, wie groß der Busen an einer Frau wirkt.
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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon Vakuole » 14 März 2012, 19:55

Ich hoffe ich hab das jetzt richtig verstanden, wenn ja muss ich dir da sehr wiedersprechen.

Ich packe mal wieder mein lieblings Bespiel aus:

Rocknina und ich haben beide 32F (etwa +-1 Cup), aber optisch habe ich viel mehr Brust als sie.
Ich weiß nicht ob du Galeriezugang hast, aber es ist immer mein Beispiel dafür das ein Buchstabe nichts über das Erscheinungsbild aussagt.


Falls ich das was du meinst, falsch verstanden haben sollte, tut es mir Leid und vergesse meinen Post einfach ;)
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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon Hagane » 14 März 2012, 20:28

ja so gesehen habt ihr recht, wieder etwas weniger worüber ich mir den kopf zerbreche =)

@vakuole: nein war genau das, danke :)
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Re: "Buchstabenphobie" contra "Ideal vom großen Busen"?

Beitragvon Fanny » 14 März 2012, 21:12

Ich denke, es hat auch etwas mit der allgemeinen Mode zu tun. In den 80-zigern, als ich ein Teeny war, waren kleine Brüste total in. Die meisten Schausplielerinnen sahen so aus, die optimale Figur war "sportlich-windschnittig" und BHs sichtbar zu tragen (also z. B. unter einen Spaghetti-Top) war ein No-Go. Da habe ich auch überwiegend dumme Sprüche zu hören bekommen, durchaus auch von (mehr oder weniger...) erwachsenen Männern. Sich negativ über große Brüste zu äussern, war irgendwie normal - vielleicht so ähnlich wie heute über Achselbehaarung ;-(

Das änderte sich in den 90-ziger Jahren deutlich (so wie es wohl vorher wohl in den 60-zigern anders war). Ein größerer Busen schien plötzlich wieder erstrebenswert zu sein. Es gab figurbetontere Oberteile und plötzlich gab es auch schöne Dessous, von denen man Teile sehen durfte.

Gruß
Fanny
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