Boobosphäre und Ewa Michalak - umgekehrte Buchstabenphobie?

Re: "Boobosphäre und Ewa Michalak - umgekehrte Buchstabenpho

Beitragvon Tigerlilie » 20 November 2013, 21:51

karotte hat geschrieben:hmmm... ich habe mir gerade nochmal einen der in dieser Diskussion verlinkten Blogeinträge angeschaut:
http://sophisticatedpair.com/blog/?p=2726
und dann wird mir einiges klarer, weil der BH nun wirklich alles andere optimal sitzt: die Bügel verschwinden ja fast hinter dem Rücken.


Oh ja, die Bügel sehen extrem verzogen aus und sitzen auch nicht richtig in der Brustfalte. Da ist noch reichlich Platz im Cup.
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Re: Boobosphäre und Ewa Michalak - umgekehrte Buchstabenphob

Beitragvon headology » 21 November 2013, 13:27

Mein Eindruck ist, daß sich da die Fronten auch echt schon sehr verhärtet haben bzw. das so wahrgenommen wird.
Ich finde auch, daß die englischsprachigen BHloggerinnen zu schnell mit Inkompatibilitätsurteilen sind - also, daß wenn ein BH nicht paßt, es quasi immer auf den Schnitt und nie auf die Größe geschoben wird. Das war hier am Anfang auch häufiger so. Keine Ahnung warum, vielleicht weil es so 'sophisticated' klingt. Mittlerweile gucken wir halt genauer hin - vor allem auf die Bügel. Ich denke, daß man einen BH-Schnitt erst ausschließen kann/sollte, wenn man mehrere Größen ausprobiert hat. (Was halt beim Onlinebestellen mit Vorauskasse immer schwierig ist)

Gleichzeitig scheint es auf polnischer Seite das umgekehrte Phänomen zu geben - daß immer alles auf die falsche Größe geschoben wird. (Ich hab die Diskussion zu wenig verfolgt, um mir da jetzt ein Urteil erlauben zu können, wie verbreitet das ist) Manchmal ist es aber tatsächlich so, daß ein Schnitt auf die Brustform gar nicht paßt und man ihn nur darüber einigermaßend passend bekommt, daß man im Cup ordentlich nach oben geht. Man denke nur an Curvy Kate Balconnets. Ich selber hatte das im Livefitting häufiger im Bereich 34J/JJ bzw. 36HH/J/JJ, wenn die (älteren) Panache Modelle nicht funktioniert haben und ich nur Elomis zur Verfügung hatte, obwohl die Brustform eher einen Jasmine oder Envy erfordert hätte. Die Elomis hatten natürlich viel zu breite Bügel, aber es war dann, mangels Alternativen, ein einigermaßen okayer Kompromiß.

Die Frage ist halt, ob man das als Kompromiß erkennt, in dem Sinne, daß man nichts besseres hat/findet oder ob man sich einfach auf die Position stellt, daß es grundsätzlich nicht besser geht.

Naja, irgendwie befürchte ich, daß die Auseinandersetzungsbereitschaft der meisten Beiteiligten nicht so groß ist, weil dazu jede Seite zu sehr davon überzeugt ist, völlig im Recht zu sein - bei T&C waren auch ein paar Kommentare dabei, die einfach nur positionierend waren, bspw. in die Richtung "aber wir betreiben wenigstens kein Bodyshaming" oder sowas.
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Re: Boobosphäre und Ewa Michalak - umgekehrte Buchstabenphob

Beitragvon linali » 21 November 2013, 15:12

headology hat geschrieben: ... also, daß wenn ein BH nicht paßt, es quasi immer auf den Schnitt und nie auf die Größe geschoben wird.


Das ist sehr gut ausgedrückt. Auf Reddit ist mir das auch schon aufgefallen. Vielleicht hat es damit zu tun, dass viele glauben, ihre Maße seien gewissermaßen "objektiv" und ließen sich 1:1 in eine Größe übersetzen, die dann universell gilt. Im UK/US-System ist ja der Zusammenhang zwischen den Maßen (in Zoll) und den Bandgrößen viel direkter und enger: Gemessener UBU=Bandgröße, Cupgrößen auszählen, und fertig.
Dass aber ein*e Hersteller*in durchaus Interpretationsspielraum hat, also die Länge und Dehnbarkeit der Bänder und die Größe der Körbchen variieren kann (sei es absichtlich oder unabsichtlich), und es demzufolge die eine Größe gar nicht geben kann, wird eher vernachlässigt.
Außerdem sträuben sich viele, weitere Bänder zu tragen als ihre Maße nahelegen, denn damit verfällt man ja ein Stück weit wieder in die "böse" +4-Methode von Victoria's Secret und Co.

Das ist sicher auch der Grund, warum Ewas Größen mit Skepsis beäugt werden, denn die wären nach UK-Maßstäben ja wirklich zu weit. Und die Idee, dass Ewa AUCH ihre BHs nach den tatsächlichen Maßen fertigt, aber halt nach cm statt Zoll, kommt erstmal niemandem.
Es ist sehr schwer, dagegen anzukommen. Auf der einen Seite fehlt das Verständnis für die verschiedenen Größensysteme und Ewas Motivation hinter ihren Größen (quasi das EU-System zu "reparieren", so dass Bänder eben nicht mehr notorisch zu weit sind). Auf der anderen Seite gibt sich auch Ewa nicht gerade viel Mühe, eine ernsthafte und konstruktive Aufklärung für ihre non-EU-Kund*innen zu betreiben.
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Re: Boobosphäre und Ewa Michalak - umgekehrte Buchstabenphob

Beitragvon Aletris » 21 November 2013, 17:47

Den gemessenen UBU direkt mit der Bandgröße gleichzusetzen, kann aber auch zu erheblich zu engen UBBs führen. Deshalb ja die ganze Diskussion über die UBP in der englischsprachigen Boobosphäre. Die UK-Maßstäbe sind da einfach wirklich kritikwürdig. Wenn hier im Forum auf Reddit gefittete Frauen aufschlagen, sehen wir regelmäßig erheblich zu enge Bänder und zu große Cups. Und dort sehe ich das auch.

Ewa "übersetzt" ihre Größen auf ihrer englischsprachigen Website genau so, wie es die Hersteller aus UK auch tun. Wenn man dann gewöhnt ist, "immer 30G" zu tragen (weil man ja schließlich einen mittelfesten UBU von 30' = 76 cm hat), wird man natürlich bei einem empfohlenen UBB 75/80 ins Schleudern geraten. Ob man mit einem mittelfest engen UBU von 76 (mit wahrscheinlichen BF-Maßen von z. B. maximal eng 73/ ganz locker 80) mit einem britischen UBB 30 grundsätzlich gut beraten ist, daran habe ich starke Zweifel.
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Re: Boobosphäre und Ewa Michalak - umgekehrte Buchstabenphob

Beitragvon karotte » 21 November 2013, 18:05

Aletris hat geschrieben: Wenn hier im Forum auf Reddit gefittete Frauen aufschlagen, sehen wir regelmäßig erheblich zu enge Bänder und zu große Cups.

Und vermutlich auch Frauen, die zuletzt vor einigen Jahren hier bei Busenfreundinnen oder drüben bei Lobby Biuściastych gefittet wurden, oder?
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Re: Boobosphäre und Ewa Michalak - umgekehrte Buchstabenphob

Beitragvon Aletris » 22 November 2013, 10:51

Hin und wieder schlägt eine vor Jahren gefittete Frau hier auf... dann ist das genau so. Und wir beschäftigen uns dann damit, Frauen, die 30G tragen, davon zu überzeugen, dass sie mal eine 34E probieren könnten. ;)

Ist allerdings selten.
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Re: Boobosphäre und Ewa Michalak - umgekehrte Buchstabenphob

Beitragvon Lythi » 22 November 2013, 11:30

Ist das nicht furchtbar unbequem 10cm zu kurze Bänder zu tragen? Ist der Glaube an das Fitting so groß, dass man selber gar nicht mehr versucht, da mal probeweise etwas zu variieren?
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Re: Boobosphäre und Ewa Michalak - umgekehrte Buchstabenphob

Beitragvon karotte » 22 November 2013, 12:57

Wenn - besonders bei großen und sehr großen Brüsten - der Leidensdruck durch zu straffe Bänder und unbequeme Bügel kleiner ist als der Leidensdruck durch Schnürfurchen an den Schultern und eine verspannte Halswirbelsäule, dann wird das halt in Kauf genommen.
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Re: Boobosphäre und Ewa Michalak - umgekehrte Buchstabenphob

Beitragvon headology » 22 November 2013, 13:09

Dadurch daß die Körbchen ja gleichzeitig zu groß sind, wirkt die ganze Sache erst mal nicht so unpassend wie man meinen könnte... ich hab mal meine eigene 'BH-Geschichte' unter diesem Gesichtspunkt zusammengefaßt (Achtung, der Link führt in die Galerie-Schule)
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Re: Boobosphäre und Ewa Michalak - umgekehrte Buchstabenphob

Beitragvon linali » 22 November 2013, 13:35

Lythi hat geschrieben:Ist das nicht furchtbar unbequem 10cm zu kurze Bänder zu tragen?


Ich habe einen weit gemessenen UBU von 74 und trage 65er Bänder. Wäre das deiner Ansicht nach 10cm zu kurz? *kopfkratz*
Ich empfinde es definitiv nicht als zu kurz oder zu eng, sondern als sehr bequem. Bei 70er Bändern habe ich oft das Problem, dass mir das Brustgewebe seitlich aus den Körbchen rausrutscht und die Bügel zu drücken anfangen bzw. der BH sich instabil anfühlt. Daher habe ich unbewusst immer das Bedürfnis, sie am Verschluss enger zu machen... Da kann ich also auch gleich 65er tragen. Ich bin zwar nicht hier gefittet worden, aber ich würde meinen, dass mir bei einer Erstberatung hier 32er oder als Alternative auch 30er Bänder empfohlen werden würden.
Und: Ja, ich sehe durchaus ein, dass ich eine gewisse persönliche Vorliebe für engere Bänder habe und dass es bei jemand anderem mit ähnlichen Maßen durchaus okay geht, auch 70 zu tragen.
Bei Ewa trage ich sowieso 70, aber dort ist ja auch der enge UBU für die Größe Ausschlag gebend.

Stichwort enges Fitting auf Reddit:
Auch dort gibt es in letzter Zeit (seit ca. 6 Monaten würde ich sagen) eine Tendenz, zumindest bei den kleineren Bandgrößen <32 nicht den superengen UBU als Ausgangspunkt zu nehmen, sondern den weiten. Da wäre ich mit 74cm, also Pi mal Daumen rund 30 Zoll bei 30er Bändern genau richtig. Leider würde dort niemand auf die Idee kommen, auch 32er vorzuschlagen, bzw. würde so ein Vorschlag wahrscheinlich ziemlich schnell durch Downvoting 'zensiert' werden. Reddit halt :(
Die Maxime "Ich sollte kein Band tragen, das nominell weiter ist als mein weit gemessener UBU" ist dort leider noch sehr tief verankert. Daher - wie gesagt - vermutlich auch die Aversion gegen Ewas Größen.
Ich finde es auch sehr schade, dass bei Fitchecks dort das Problem "möglicherweise zu enges UBB" fast nie thematisiert wird bzw. falls doch, wieder Downvoting stattfindet.

Übrigens: Auf Kleiderkreisel kam neulich jemand vorbei, die bei 79/85 auf ein 70er Band gefittet wurde (und dann fragte, ob tiefe rote Striemen auf dem Brustkorb vom BH-Band denn normal seien). Sie war kürzlich erst bei Dessous Avenue gefittet worden, wenn ich mich recht erinnere.

/edit:
@headology Der Link zur umgekehrten Buchstabenphobie ist sehr aufschlussreich. Bei der Thematik enge UBBs/große Cups wird das Problem noch einmal viel viel deutlicher. Danke dafür!
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