"Durchschnittsgröße" als körpernormativer Begriff

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Re: "Durchschnittsgröße" als körpernormativer Begriff

Beitragvon karma » 22 Oktober 2016, 19:23

Gerade in Bezug auf solche mathematische Begriffe begegne ich vielen die "uah Mathe nein, das versteh ich nicht und will ich nicht verstehen" Denkweise null Ahnung haben, was ein Mittelwert bedeutet oder was der Unterschied zwischen Durchschnitt und Median ist (das erwarte ich gar nicht mehr..)

Und Klischee- und Schubladendenken das eben einfach ist, weil wir alle es gerne einfach haben, wird der Mittelwert gleichgesetzt mit "das haben aber ganz viele andere" und "wenn das ganz viele andere haben muss das ja die Norm sein" und schon sind wir beim Gedankensprung "Durchschnitt = normal". :(

Ich glaube, keine muss sich von statistischer Neugier verabschieden oder den Mund für das Wort Durchschnitt verbieten, aber ich finde es gerade durch dieses Aufzeigen gut, dass man sich als "langediente statistisch orientierte BF" immer wieder mal zwischendrin bewusst machen muss, präziser oder vorsichtiger gerade im EBT-Bereich oder mit neuen Frauen die hier vorbeischauen, zu kommunizieren. Ich will damit nicht sagen, dass wir immer ausschließen können dass sich keine wegen irgendwas auf den Schlips getreten oder getriggert fühlt, aber wofür ist ein Forum da, wenn nicht genau zur Kommunikation und auch manchmal zum Ausschlichten, wenn man nicht alles genau so transportiert bekommt wie man es gemeint hat ;-)
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Re: "Durchschnittsgröße" als körpernormativer Begriff

Beitragvon JulixD » 22 Oktober 2016, 19:33

Tendenziell ist der Begriff Durchschnittsgröße an sich schon problematisch. Siehe den Kommentar von Winter Lake. Die Einteilung in die Größenbereiche ist hingegen notwendig und diese möchte ich auch nicht kritisieren. Aber das war glaube ich auch gar nicht dein Punkt Erdbeereis. Im falschen Kontext könnte allerdings auch diese Einteilung schlecht aufgefasst werden. Daran hatte ich aber gar nicht gedacht, sondern nur an den Begriff Durchschnittsgröße.
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Re: "Durchschnittsgröße" als körpernormativer Begriff

Beitragvon Nicatora » 22 Oktober 2016, 19:55

Winter Lake hat geschrieben:Irgendwo gab es aber auch mal eine Umfrage, in der herauskam, welche Größe am meisten getragen wird, kann ich leider alles nicht mehr finden.


Ist nicht relevant für den Thread, aber meinst du diesen hier, WinterLake?
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Re: "Durchschnittsgröße" als körpernormativer Begriff

Beitragvon Winter Lake » 22 Oktober 2016, 20:02

Uiii, *danke* Nicatora!

Wie schön, das bringt sogar Licht ins Dunkel, ob arithmetisches Mittel oder Modalwert gemeint war. Es wurde nämlich beides erhoben, wenn ich die Auswertung richtig deute.
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Re: "Durchschnittsgröße" als körpernormativer Begriff

Beitragvon Erdbeereis » 22 Oktober 2016, 21:59

Ich bin da gerade etwas zwiegespalten. Zum Thema "Durchschnitt" bin ich, wie bereits ausgeführt, gar nicht auf die Idee gekommen, diesen als problematisch zu empfinden, weil ich ihn anders betrachte. Eben gerade nicht im Sinne von "Normen setzend". Wenn man aus Nicatora, Aledavia und mir das Durschnittsalter errechnen würde, käme wohl so ungefähr 24 raus. Keine von uns *ist* 24, keine von uns bekommt deswegen das Gefühl, sie *sollte* 24 sein. Denke ich mir mal.

Ich bin aber gern bereit zu akzeptieren, dass das andere Frauen anders empfinden. Auch mein Verständnis vom Durchschnitt soll hier ja keine Norm setzen. Und wenn es jemanden traurig macht, unterm oder überm Durchschnitt zu liegen, dann sollten wir das natürlich vermeiden. Gar keine Diskussion. Bin ich dabei, mache ich mit.

Meine Zwiespältigkeit rührt gerade da her, dass ich den Eindruck habe, es tut der einen oder anderen, gerade unter den Neulingen, durchaus gut, wenn man ihr sagt: Aber, Du, hörmal, dieser Buchstabe heißt jetzt nicht, dass Deine Brüste ganz arg seltsam sind. Die sind und Du bist damit kein Stückchen unnormal.

Aber vielleicht wäre es wirklich sinnvoller, wenn man das eher mit der Botschaft "Und übrigens, egal welcher Buchstabe und welche Zahl: Das ist alles total okay und akzeptiert und überhaupt gar kein Grund, sich schlecht zu fühlen!" transportiert als mit der Botschaft: "Und übrigens: Dieses ist der Rahmen, und Du liegst da drin!"

Ist das so in etwa das Anliegen? Wie gesagt: Da mache ich gern mit. Glaube allerdings auch, dass man damit nicht bis zu jederfrau durchdringen kann. Gerade zu denen nicht, die der festen, tiefen Überzeugung sind, dass der eigene Körper total verkehrt und ganz, ganz schrecklich ist und deren größte Sorge tatsächlich ist, sie würden aus dem wie auch immer definierten Rahmen fallen. Die erreicht man wahrscheinlich wirklich nur mit letzterem. Nicht, dass ich das nicht schade fände.
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Re: "Durchschnittsgröße" als körpernormativer Begriff

Beitragvon JulixD » 23 Oktober 2016, 08:18

Hallo ihr Lieben,

Mir gefällt dein Beitrag Erdbeereis und ich stimme ihm zu. Du hast natürlich auch Recht damit, dass man den Durchschnitt nicht als die erstrebenswerte Norm wahrnehmen sollte. Aber Neulinge, die ja auch in gewissem Maße hier nach Maßstäben suchen, an denen sie sich orientieren können, könnten meiner Ansicht nach dazu neigen den Begriff auf sich selbst zu beziehen und das Objektive nicht vom Subjektiven zu trennen.
Klar ist, dass gerade Neulinge erkennen müssen, dass sie nicht unnormal sind nur weil sie den neuen Buchstaben nicht gewöhnt sind. Das wird nach einer gewissen Zeit im Forum wohl auch passieren.

Aber bis dahin sollte man vorsichtig sein, wie man seine Botschaften formuliert. Im Erstberatungsthread ist auch so ein deutlicher Hinweis wie du ihn beispielhaft formuliert hast:

"Und übrigens: Dieses ist der Rahmen, und Du liegst da drin!"


Meiner Ansicht nach völlig in Ordnung. Natürlich ist er etwas drastischer formulierst als:

"Und übrigens, egal welcher Buchstabe und welche Zahl: Das ist alles total okay und akzeptiert und überhaupt gar kein Grund, sich schlecht zu fühlen!"


Aber der Unterschied ist hier die Einstellung der "Neubusenfreundin".
Wer im Erstberatungsthread schreibt rechnet damit über die Philosophie dieses Forums aufgeklärt zu werden und eine neue Größe verpasst zu bekommen. Dazu gehört auch nach der Beratung möglicherweise in einen neuen Größenbereich zu fallen. Die "Neubusenfreundin signalisiert schon mit der Eröffnung ihres Erstberatungsthreads, dass sie prinzipiell offen für Ratschläge ist und wird wohl auch deutlichere Worte leichter verkraften.

Wer hingegen einen eigenen Thread eröffnet und dort nach BHs für einen Größenbereich fragt, dem er eigentlich nach Einteilung dieses Forums nicht angehört zeigt damit, dass sein Selbstverständnis (noch) nicht dem des Forums entspricht. Besser: Ein solcher Beitrag legt offen, dass die neue Busenfreundin noch nicht zwischen objektiver Einteilung in Größenbereiche und subjektiv empfundener Brustgröße unterscheiden kann, bzw. die Einteilung des Forums noch nicht für sich akzeptiert hat.

In einem solchen Fall muss man meiner Meinung nach bei der Wortwahl behutsamer sein, um das Selbstwertgefühl der Person nicht zu verletzen, aber auch um sie nicht zu vergrämen.
Hinzu kommt, dass diese Mitglieder oft noch gar keine Erstberatung hatten und die Philosophie des Forums somit möglicherweise überhaupt nicht kennen.

Wenn also jemand mit dem Brustton der Überzeugung schreibt, dass er in den großen, mittleren oder kleinen Größenbereich fällt, dann sollte man bei der "Aufklärung" behutsamer vorgehen.
Wenn dagegen jemand jammert, dass er "sich ganz unwohl mit seinen Brüsten fühlt und sie am liebsten loswerden würde" etc. was du glaub ich anmerken wolltest, dann sind deutliche Worte gar nicht so verkehrt. In einem solchen Fall geht es aber auch darum Selbstbewusstsein aufzubauen und nicht vorhandenes Selbstbewusstsein zu "korrigieren".

Wird deutlich was ich meine?
Allgemein sollte man im Umgang mit Neulingen vorsichtig sein und seine Wortwahl situationsbedingt gut abwägen. Der Begriff Durchschnittsgröße im falschen Kontext birgt dort meiner Ansicht nach eine besondere Gefahr für Schubladendenken.

Liebe Grüße,

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Re: "Durchschnittsgröße" als körpernormativer Begriff

Beitragvon Atte » 24 Oktober 2016, 20:25

Wir nehmen solche Anregungen immer gern auf JulixD. Daher vielen Dank.

Ich hatte das bislang auch nicht so auf dem Schirm, dass Durchschnitt körpernormativ sein könnte. Einfach weil ich es aus dem mathematischen Sinn heraus verstehe.

Aber das zeigt wieder nur einmmal, dass wir mit unserer Wortwahl vorsichtig sein sollten.
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