Körperbewertungen, Body Positivity und die Netiquette

Neuigkeiten und Mitteilungen von der Administratorin oder dem Busenfreundinnen-Team

Körperbewertungen, Body Positivity und die Netiquette

Beitragvon headology » 15 Juni 2016, 10:53

Liebe Busenfreundinnen,

ich war über die vergangenen Jahren nicht mehr so aktiv im Forum. Vielleicht ist mir deswegen in letzter Zeit häufiger aufgefallen, dass die etablierte Netiquette ziemlich aufweicht. Deswegen wollte ich noch mal ein bisschen was dazu sagen, quasi eine Notiz mit historischer Note.
(Es ist mal wieder furchtbar lang geworden, deswegen schon im Vorhinein *danke* fürs Lesen)

Unsere Umgangsformen basieren auf einer körperpositiven Grundidee, die Aqua, Nirmena und Seggen mit dem Brafitting-Wissen aus der polnischen Community mitgebracht haben: Jede Frau soll einen BH finden, in dem sie sich wohlfühlen kann, ungeachtet ihrer Körperform. Negative Kommentare über Körper von Userinnen waren deswegen im Forum von Anfang an nicht erlaubt.

Es wurde schnell klar, dass wir damit ein radikaleres Unterfangen gestartet hatten, als den meisten von uns anfangs bewusst gewesen war, denn was uns von Medien und Markt normalerweise suggeriert wird, ist genau das Gegenteil. Sie bläuen dir ein: Du bist nicht richtig. Du musst dich ändern. Konsum soll sich aus der grundlegenden Unzufriedenheit mit sich selber speisen.

Die Sache treibt seltsame Blüten. Frauen machen Diäten und überlegen Operationen, um in massenproduzierte Konfektionsware zu passen. Die Idee, der Brafitting verpflichtet ist besagt aber, dass das Kleidungsstück sich dir anpassen muss, nicht du dich dem Kleidungsstück. Ist ja bei näherer Betrachtung auch viel logischer so.

Einmal unter die Busenfreundinnen gebracht, wurde dieses Prinzip auch auf andere Kleidungsstücke angewandt. Wir diskutierten über Schuhbreiten, Stiefelweiten, Kurz/Langgrößen, über Plus Size Fashion und Blusenschnitte. Busenfreundliche Oberteile mussten her und überhaupt Kleidung in mehr Größen und Formen.

Mit dieser kritischen Konsumentinnen-Position entwickelte sich auch ein Verständnis für die Individualität von Körpern. Sie waren nun einmal unterschiedlich und wir wollten die Vielfalt anerkennen statt sie zu problematisieren. Wir wollten nicht länger die Botschaft verbreiten, dass man nur mit einem soundso aussehenden Normkörper glücklich sein kann.

Dummerweise sind die Konzepte von Ideal und Norm, von Schönheit und Schlankheit tief in unserer Gesellschaft verankert. Obwohl wir negative Kommentare z. B. in der Galerie verboten hatten, stellten wir zwei Tendenzen fest: anderen wurden Komplimente gemacht und Frauen sprachen über ihren eigenen Körper mit sehr viel Frust.

Die Komplimente wirkten erst mal harmlos, ja geradezu aufmunternd. Doch irgendwann fiel uns an einem deutlichem Beispiel für Körper- und Fitnesskult, das besonders gelobt wurde, auf, dass wir auch mit Komplimenten ein Ideal reproduzierten, das wir eigentlich nicht haben wollten. Wir wollten ja Diversität unterstützen. Frauen sollten sich im Forum wohl fühlen, nicht wieder auf dem Präsentierteller für kritische Betrachtung. Wenn X für ihre tolle Figur gelobt wurde, wie fühlte sich dann Y? Was war gewonnen, wenn wir weiterhin sagten, ein Kleidungsstück sei vorteilhaft, weil es irgendwelche mehr oder weniger eingebildeten Mängel kaschierte? Wir baten also darum, alle Kommentare nur noch auf die Passform zu beziehen, nicht mehr auf den Körper selbst.

Im Zuge dessen versuchten wir auch weitergehend durchzusetzen, dass Frauen im Forum auch nicht mehr negativ über ihren eigenen Körper sprachen. Erfahrungsgemäß war es für die meisten viel schwerer, sich selbst zu akzeptieren als andere. Jedes Mal wenn jedoch jemand das Jammern anfing, fielen alle mit ein. Es erzeugte sich ein Teufelskreislauf der Unzufriedenheit.

Wir haben also ein Experiment gestartet, in dem es ganz grundsätzlich um eine positive Einstellung zum Körper geht. Das ganze Internet ist vom Schönheitswahn besetzt? Nein, ein kleines Forum leistet beherzten Widerstand. Wer bei den Busenfreundinnen über Körper spricht, sagt hurra zu Individualität. Zu klein, zu groß, zu dick, zu dünn – das gibt es hier nicht. Wir gehen einfach mal davon aus, dass jede gut so ist wie sie ist und nicht grundsätzlich fehlerhaft. Das erzeugt eine Freiheit im Kopf.

Im Lauf der Zeit ist vielen von uns aufgefallen, dass wir uns nach diesen Denkverboten plötzlich wirklich lieber hatten als vorher. Dass wir keine Lust mehr hatten, uns das Gejammer von anderen anzuhören oder gar Geläster. Einfach mal über etwas nicht zu reden, hat ihm die Wichtigkeit genommen und uns mehr Lebensfreude und Gelassenheit verschafft.

Ich denke, dass Liberalität und Akzeptanz, einfach eine gewisse Freundlichkeit und Milde im Umgang miteinander, auch und vielleicht vor allem einem selber zugute kommt.

Klar, es ist nicht so einfach. Manchmal gewinnen die gelernten Strukturen wieder die Überhand; manchmal kommen neue Busenfreundinnen dazu, für die unsere Netiquette unbekannt und ungewohnt ist. Viele verstehen vielleicht nicht, worin der Sinn dieser Regeln besteht, weil sie nicht dabei waren, als sie ausgehandelt wurden und auch nicht in der Hochphase, als sie hier noch ganz selbstverständlich gelebt wurden. Das ist auch der Grund, warum ich hiermit daran erinnern möchte, woran wir hier basteln, nämlich an Inklusivität.

Das ist ein Gemeinschaftsprojekt, genau wie das Forum. *zusammen*


Ach ja, last but not least, Anne-Luise hat schon vor einiger die Kampagne Accept Every Body gestartet. Wer sich für das Thema interessiert, kann da ja mal reingucken. :)

http://blog.bhlounge.de/accepteverybody/
https://twitter.com/accept_eb
https://www.facebook.com/accepteverybody

Link zum Film auf der YouTube-Seite
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Re: Körperbewertungen, Body Positivity und die Netiquette

Beitragvon karma » 15 Juni 2016, 11:54

Danke, head, für deine Worte. Auch mir ist (auch an mir selbst) ein bisschen die laissez-faire Stimmung aufgefallen, das negative Monieren über die eigenen Fehler ist immer öfter hier Thema, dabei sollte es doch kein dauerhaftes Ding sein. Ich gelobe Besserung *verlegen* Gerade dieses Forum sollte mehr Positivität und Selbstvertrauen bieten, als sonst wo im Internet, so wünsche ich mir das jedenfalls, ganz im Sinne der Gründerinnen.

Die rigorosen Netiquette-Regeln mögen in mancher den Geschmack der Zensur erwecken, aber der Kreislauf an körpernormativen Denken und Handeln und Sprechen kann nur durchbrochen werden, indem man an einer Stelle beginnt, da sich ja alles auf das andere auswirkt. Auf das Denken und Handeln hat man im Forum hier zwar mal keinen Einfluss, aber zumindest auf die schriftliche Kommunikation.
Was mir noch einfällt: Das Team versucht transparent "Netiquette-Verstöße" zu regeln/erklären/gemeinsam Verbesserungen zu erdenken. Sollte mal ein Beitrag von einer redigiert werden, fühlt euch nicht persönlich angegriffen, es ist eine Lehr- und Lernphase für uns alle, und kein an den Pranger stellen mit "da war jemand, der sich nicht an die Netiquette gehalten hat". Jede legt in ihrer Forenkarriere den einen oder anderen Netiquette-Bauchplatscher hin. Aufstehen, weiterschreiben ;-)

In dem Sinne auf ein tolles Gemeinschaftsprojekt, danke an alle, die hier schreiben, BHs erkunden, vermessen, bestellen, ... und und und *zusammen*
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Re: Körperbewertungen, Body Positivity und die Netiquette

Beitragvon Dandelion » 15 Juni 2016, 12:28

Liebe Headology,

ich möchte dir unumwunden zustimmen.

Was mich anbelangt, habe ich - eigentlich - mit meiner Figur schon lange Frieden geschlossen.

Durch dieses Forum inspiriert habe ich gar das (für mich uralte) BH- Problem wieder in Angriff geniommen und stieß im Prinzip wieder auf die gleichen alten Probleme, wenn auch in einem anderen Rahmen.

Ich kenne jetzt ungefähr meine BH-Größe und habe mich seit meiner Anmeldung mit neuem Elan auf die Suche im Netz begeben ... .
Auch wenn es scheinbar (!) sehr viel Auswahl gibt, so ist sie doch in meinem Größenereich wieder einmal extem begrenzt.
Bei fast allen Marken (den meisten englischen, aber auch den meisten polnischen) liege ich "grad eben drüber", oder das Modell mit dem größten Cup paßt vielleicht (mit viel Glück und Augenzudrücken) grad noch.

"Extrawünsche" (Baumwollanteil, Plunge, mehrere Größen eines Modells zum Testen, diverse Farben, diverse Schnitte) kann ich mir immer noch nicht leisten, weil es das einfach nicht gibt.
Selbst bei Ewas (und das ist die einzige, die echte Vielfalt anbietet) liege ich bei einigen Modellen vermutlich grad eben noch im gößten verfügbaren Cup.

Dass man da ab und an ins Jammern oder in eine leichte Wut verfällt, hoffe ich, ist nachvollziehbar, vor allem, wenn man immer wieder die (subjektiv gefühlte) grandiose Auswahl liest, die andere probieren, Empfehlungen für Marken bekommt und bei der Recherche feststellt: gibts nicht in meiner Größe usw. .

Ich habe nur von wenigen Frauen im Forum gelesen, die ebenfalls dieses Problem in meinem Größenbereich haben, vielleicht ist das gar nicht so bekannt?
Auch ich habe ganz im Stillen schon leise gefrustet gedacht - "dann nimmst du eben diese paar Kilos noch ab, vielleicht gehts dann" (ich weiß eigentlich ganz genau aus jahrelanger Erfahrung, dass sich meine Brust bei Gewichtsabnahme kaum verändert) bis zu "du bist total unnormal, solltest dich echt schämen oder operieren lassen, anstatt den Leuten hier auf den Sender zu gehen" u.ä. ... - ich weiß im Grunde, dass das Blödsinn ist! ;)
Aber erst, wenn man diese leisen (wenn auch irrationalen) Gedanken, die sicher so einige ab und an haben, thematisiert, nimmt man ihnen die Macht.

Ganz prima finde ich an diesem Forum, dass diese Probleme an den "Enden der Größenraster" nicht unter den Tisch fallen, so überhaupt bekannt werden und letztendlich Druck auf die Hersteller ausgeübt werden kann.

Dass die meisten Frauen mit jedem Unterbrustumfang deutlich größere Körbchen benötigen als mainstream angeboten werden, weil Brüste allgemein größer werden als früher, ist eigentlich seit Jahren weitgehend bekannt. Hinzu kommt die Brafitting-Bewegung, die zusätzlich genau nachmißt und die Fehler aufzeigt, die wohl schon immer gemacht wurden.

All das muß erstmal in den Köpfen der Menschen "landen", - wie ihr oft deutlich macht.
In der Tat vermessen sich Frauen seltenst im Leben neu, bleiben bei ihrer alten BH-Größe (oft noch aus der Jugend), werden ab D oder E-Cup nervös und wählen eher ein größeres Unterbrustband als ein größeres Cup.
Ich freue mich, wenn ich in BH-Rezensionen lese, dass das größte angebotene (z. B.) i-Cup immer noch zu klein ist (dass sich das überhaupt "getraut wird" :) ) und endlich mal mehr Auswahl im größeren Bereich geschaffen werden solle.

Es wird seine Zeit dauern, bis auch ganz kleine und ganz große BH-Größen ganz selbstverständlich werden, auch in den Köpfen der Frauen.
Ich finde es einfach wichtig, immer und immer wieder darauf hinzuweisen und ich hoffe, dass das so ablaufen kann, dass das mit der Netiquette zu vereinbaren ist.
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Re: Körperbewertungen, Body Positivity und die Netiquette

Beitragvon headology » 15 Juni 2016, 13:11

Dandelion hat geschrieben:Aber erst, wenn man diese leisen (wenn auch irrationalen) Gedanken, die sicher so einige ab und an haben, thematisiert, nimmt man ihnen die Macht.


Ehrlich gesagt zeigt die Erfahrung, dass genau das Gegenteil wahr ist - indem man seine individuellen Selbstzweifel äußert, entzaubert man sie nicht, man gibt ihnen Raum und anderen Anschlusspunkte, ihre eigenen Zweifel zu kultivieren. Ich meine, wer kennt das nicht - man äußert ein, wie man findet objektives Problem, und jemand anderes (der das Problem in den eigenen Augen nicht hat oder haben kann) bekennt sich zur gleichen Denkweise. Das führt im Grunde nie dazu, dass man sich besser fühlt, im Gegenteil.

Überraschung, ich bin auch oft genervt - wie du an meiner hinterlegten BH-Größe sehen kannst, wird bei mir die Luft auch schon ganz schön dünn. Die Frage ist halt, ob es irgendjemandem hilft, wenn ich darüber spreche, dass ich mir meinen Körper anders wünschen würde. Weil, im Endeffekt ist das vermutlich etwas, was man als Frau qua Sozialisation beigebracht bekommt, was wir also alle gemeinsam haben.

Das heißt natürlich nicht, dass man gesellschaftliche Zumutungen und Normen, Angebotsengpässe usw. nicht kritisieren darf.
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Re: Körperbewertungen, Body Positivity und die Netiquette

Beitragvon Dandelion » 15 Juni 2016, 13:39

headology hat geschrieben:
Dandelion hat geschrieben:Aber erst, wenn man diese leisen (wenn auch irrationalen) Gedanken, die sicher so einige ab und an haben, thematisiert, nimmt man ihnen die Macht.


Ehrlich gesagt zeigt die Erfahrung, dass genau das Gegenteil wahr ist - indem man seine individuellen Selbstzweifel äußert, entzaubert man sie nicht, man gibt ihnen Raum und anderen Anschlusspunkte, ihre eigenen Zweifel zu kultivieren. Ich meine, wer kennt das nicht - man äußert ein, wie man findet objektives Problem, und jemand anderes (der das Problem in den eigenen Augen nicht hat oder haben kann) bekennt sich zur gleichen Denkweise. Das führt im Grunde nie dazu, dass man sich besser fühlt, im Gegenteil.


Es kommt auf die Intention an und dabei ist viel Fingerspitzengefühl gefragt.

Sicher gibt es die gemeinsam "eingestandenen Unzulänglichkeiten" jeder Art (die eigentliche überhaupt keine sind).
Aber es hilft auch nichts, persönliche "Unzulänglichkeiten" im Kopf zu haben und nicht darüber zu schreiben/ darüber schreiben zu dürfen - oft werden irrationale Kognitionen erst greifbar, wenn man sie ausspricht oder hinschreibt, dann wird die Absurdität selbiger wesentlich schneller deutlich (dass es kein "objektives Problem", sondern ein sehr subjektives ist).

Leider haben wir alle noch immer die Kultur mitbekommen (und geben sie mehr oder weniger bewußt leider immer noch weiter), dass "Eigenlob stinkt", man "nicht zu stolz auf sich sein sollte", sich seiner "Defizite" stets bewußt sein sollte, sich keinesfalls "aufs hohe Roß setzen sollte" usw. - grauenhaft!
Sich dieses Sozialisierungsprozesses bewußt zu sein, hilft deultich weiter, um neue Ziele zu formulieren und diese auch messbar erreichen zu können.

Sicher kann es auch helfen, so zu tun, als ob man das alles schon komplett überwunden hätte (im Sinne einer selbst-erfüllenden Prophezeihung, die durchaus bombastisch wirken kann), aber ich fürchte, dieses Ziel als alleiniges ist (noch) zu hoch angesetzt und virtuell wird das sehr schwierig werden.
Vielleicht darf beides hier angemessen seinen Platz finden?
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Re: Körperbewertungen, Body Positivity und die Netiquette

Beitragvon Kaylin » 15 Juni 2016, 13:47

Danke head für dieses wundervolle Posting. Ich schau hier immer über die neuesten Beiträge rein, deswegen sehe ich nicht so genau wie es wo steht - aber... sollten wir das vielleicht einfach irgendwo ganz hoch anpinnen - so als neudeutscher Sticky somewhere?

Denn auch ich fasse mir an die Nase: Genau diese Akzeptanz und die wirklich absolute Absenz von Wertung ist etwas, das ich hier zuerst sehr gewöhnungsbedürftig und ungewohnt fand, aber dann wirklich lieben lernte. Und ich glaube, auch bei mir reißt in der letzten Zeit wieder so ein bißchen "Mainstream" ein - auch wenn ich im Gespräch mit anderen vermutlich noch immer verwirre, wenn ich auf "mimi dick mimi Diät mimi wasauchimmer" sage, daß das doch gar keine Rolle spielt...

In diesem Sinne: Laßt uns felsenfest festhalten an diesem kleinen gallischen Dorf hier!
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Re: Körperbewertungen, Body Positivity und die Netiquette

Beitragvon Merle » 15 Juni 2016, 14:31

Danke fürs Erinnern, headology!

Mit der Netiquette haben wir alle uns ja bei der Anmeldung einverstanden erklärt, also können wir nicht über das "ob", sondern nur über das "wie" diskutieren.

Ich denke, der eine Punkt ist die Körperakzeptanz, zu der du ja schon viel Gutes und vielleicht auch alles gesagt hast, headology.

Das andere, was ich aus der Netiquette herausgelesen habe, ist die allgemeine freundliche und nette Diskussionsathmosphäre.

Gute Worte wählen.

Die besten Worte, die man wählen kann, um einerseits die Sachaussage zu transportieren und andererseits sich rücksichtsvoll gegenüber Vorrednerinnen und dem Universum ( :) ) zu äußern.

Die ganze Spannbreite der Gefühle ist erstmal in Ordnung, aber z. B. zu meinem Cleo-Kali-Erlebnis könnte ich schreiben "der Cleo Kali war mir zu flach geschnitten, mit zu breiten und unter der Achsel zu hohen Bügeln", oder ich könnte schreiben "der dämliche und dummdreiste Cleo Kali war megamäßig zu flach, und die Bügel wollten mich mit Absicht erstechen". Das war jetzt natürlich übertrieben, aber die erste Ausdrucksweise würde meiner Meinung nach eher der Netiquette entsprechen, auch wenn ein BH nur ein Gegenstand ist - Busenfreundinnen verdienen noch mehr Rücksicht und freundliche Ausdrucksweise als er. :) :-)

Edit: Ich weiß nicht, wie ihr es macht, aber ich lese meine Beiträge normalerweise vor dem Posten noch mehrmals durch und versuche u.a., das, was ich eben schrieb + wie ich die Netiquette verstehe, so gut ich kann umzusetzen.
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Re: Körperbewertungen, Body Positivity und die Netiquette

Beitragvon Aldana » 15 Juni 2016, 20:56

Mir ist in diesem Zusammenhang schon ein paar Mal negativ aufgefallen, dass das ganze dahin ausartet, dass jeder, die sich nicht super-duper-positiv zu sich und Ihrem Körper äußert, sofort unterstellt wird, dass sie nur von der Gesellschaft dazu getrieben wurde ect. und sich doch total toll fühlen soll. Das empfinde ich als extreme Bevormundung und massiven Verstoß gegen die Gesprächskultur in diesem Forum, weil damit die Meinung eines anderen als schlecht dargestellt und die eigne überhoben wird.
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Re: Körperbewertungen, Body Positivity und die Netiquette

Beitragvon palast » 15 Juni 2016, 21:33

Ich finde, dass das nur scheinbar einen Widerspruch in der Netikette darstellt. Die grundlegendere Norm ist m.E. das Unterlassen körpernormativer Äußerungen und wenn dieses bei Moderation von Texten expliziter gemacht wird, beispielsweise durch genauere Hinweise auf die Netikette, dann ist da auch kein Machtgefälle. Ich bin der Meinung, dass uns der Erfolg Recht gibt - klar muss sich jedE hier auch mehr oder weniger mit ihren Äußerungen einschränken, aber das ist überall im Netz und RL so. wer unbedingt seinen Körper negativ bewerten und sich von den Bewertungen Anderer herunterziehen lassen möchte kann das doch im Körperakzeptanzfred viewtopic.php?f=836&t=18399 oder in anderen Foren tun.
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Re: Körperbewertungen, Body Positivity und die Netiquette

Beitragvon headology » 15 Juni 2016, 21:37

@aldana: Sorry, ich versteh gerade nicht, was du damit sagen willst. Dass hier im Forum Leuten ihre Meinung (sich mit ihrem Körper nicht gut zu fühlen) abgesprochen wird? Dann habe ich mich (oder wir uns?) missverständlich ausgedrückt. Niemand sagt, dass man sich wohl in seiner Haut fühlen muss. Es geht nur darum, dass wir hier das Experiment gestartet haben, nicht über dieses Sichschlechtfühlen zu sprechen, und festgestellt haben, dass es dann für viele besser wird.
Es gibt ja schon unzählige Foren für Frauen, in denen man sich über Unzufriedenheit und Diäten und weiß der Geier austauschen kann. Falls man das Bedürfnis hat, kann man das dann ja dort machen. *sonne*
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