Mammareduktion - was muss ich tun?

Brustkrebsvorsorge und andere Themen, die die Gesundheit der Brüste betreffen.

Mammareduktion - was muss ich tun?

Beitragvon mandarinchen » 29 September 2015, 13:41

Halloe ihr Lieben, ich hoffe, dass es hier Frauen mit Erfahrung mit operativer Brstverkleinerung gibt, die mir vielleicht mit Rat (und Tat) zur Seite stehen können.

Leider wurde mein erster Antrag auf eine Mammareduktion abgelehnt.

Wie ist denn nun das weitere Vorgehen und gibt es eine "Strategie", nach der man am besten vorgeht?

Konkret: Ich möchte eine Brustverkleinerung von 75 I/K auf 75 C oder D.
eigentlich mag ich meinen Busen, eine richtig "kleine" Brust würde wohl auch nicht recht zu mir passen, aber das Gewicht ist einfach eine zu hohe Belastung.
Ich mache seit einem 3/4 Jahr regelmäßig Rückengymnastik, die Schmerzen in der LWS sind auch dadurch verschwunden, aber im oberen RÜcken und Nacken verbessert sich nichts.
Ich habe in den letzten 2 Jahren fast 30 kg Gewicht reduziert, 5-10 kg sollen noch folgen. An der Körbchengröße hat sich nichts verändert. Durch die kleiner gewordene Unterbrustweite muss ich stattdessen eher auf K Körbchen gehen, wo ich vorher I kaufen konnte.

Was bisher geschah: Ich habe bei der KK angerufen, was ich tun muss, wenn das beantragen möchte.
Aussage: "Suchen sie sich irgendeine Klinik und der Arzt hilft ihnen dann mit dem Antrag"
OK, getan, eine Klinik in Mainz gefunden, netter Arzt, der hat mich angeschaut, vermessen, erklärt wie das abläuft bei der OP und einen Arztbrief geschrieben.
Fotos gemacht beigelegt.
Dazu ein Attest vom Orthopäden, dass ich aufgrund der schweren Brust starke Rückenbeschwerden habe, einen dauerverkampften Nacken usw.
Und einen (leider irgendwie halbherzig klingenden) Brief meiner Gyn.
Antrag abgelehnt mit der Begründung es sei nicht "entstellend" und meine Körperfunktionen seien nicht wesentlich eingeschränkt.

Nun, die Arztbriefe sagen etwas anderes.......

Ach ja, und die Klinik, die ich gewählt habe geht natürlich nicht, das sei eine Privatklinik (laut Webseite können sie auch über die KK abrechnen) und da zahlen sie es gar nicht (könnte man ja auch gleich sagen: "Suchen sie sich ein Krankenhaus, das solche OPs durchführt....)


Nun muss ich also Widerspruch einlegen, eine neue Klinik finden und es nochmal versuchen.
Wie gehe ich denn nun am geschicktesten vor? Termin in der Mainzer Uniklinik (da würde es übernommen, wenn es übernommen wird) hab ich erst Anfang November, also muss ich erst mal so ablehnen und sagen, dass neue Befunde nachgereicht werden.
Sollte ich auch den Orthopäden und den Gyn nochmal bitten? Bringt das was?
Soll ich im Widerspruch schon gleich eine persönliche Stellungnahme mit reinbringen oder "nur" ablehnen und dann mit dem neuen Arztbrief nochmal einen persönlichen Brief schreiben? Und mit einem Anwalt drohen?

Ich freue mich, von euch Zuspruch, Erfahrungen, Kopftätschler und was auch immer zu lesen.


liebe Grüße, Mandarinchen
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Re: Mammareduktion - was muss ich tun?

Beitragvon Aldana » 29 September 2015, 15:14

Ich habe lediglich ein wenig Erfahrung mit Beweiserbringung im Rechtswesen allgemein, nicht jedoch mit Krankenkassen. Aus dieser heraus sehe ich zwei Punkte, an denen du ansetzen solltest.

1) Die KK unterstellt dir, dass du die OP aus kosmetischen Gründen willst (weil sie in der Ablehung was von "entstellt" schreiben). Dieser Unterstellung solltest du entschieden widersprechen! Denn solange das parallel im Raum steht, wirkt dein Argument der medizinischen Notwendigkeit viel weniger gewichtig (mehrere Argument bringt man ja immer nur dann, wenn eines nicht ausreichend erscheint ;))

2) Die medizinische Notwendigkeit muss unbezweifelbar belegt sein. Ausschlaggebendes Argument dürfte hier der Grad der funktionellen Einschränkung sein. Evtl. haben die Ärzte das nicht deutlich genug dargelegt. Schmerzen allein reichen da nicht, da muss schon ausführlich erläutert werden, in welchem Umfang du zum Beispiel durch die Belastung in der Beweglichkeit allgemein, in der Ausführung alltäglicher Abläufe usw. eingeschränkt bist. Außerdem, dass durch Behandlungsalternativen (z. B. Physiotherapie) keine oder allenfalls eine unwesentliche Verbesserung der Beeinträchtigung erzielt werden kann.
Hilfreich könnte auch sein, sich die Bescheinigungen nochmal von anderen Ärzten ausstellen zu lassen, die der KK genehmer ist.
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Re: Mammareduktion - was muss ich tun?

Beitragvon Kirschsaft » 29 September 2015, 15:35

Es kann darüber hinaus auch eine Option sein, sich gleich bei einem Arzt vorzustellen, der für die Krankenkasse als Gutachter arbeitet. In der Regel vertrauen die Krankenkassen diesen Ärzten eher in ihren Einschätzungen als anderen. Die meisten dieser Ärtze haben neben der Gutachtertätigkeit auch eine Kassenzulassung.
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Re: Mammareduktion - was muss ich tun?

Beitragvon Mary » 29 September 2015, 15:49

Ich schrieb schon mal an anderer Stelle früher etwas zu solchen Anträgen an die KK. Aber kurzum: du musst sie mit ärztlichen Attesten erschlagen, die die medizinische Notwendigkeit eindeutig belegen. Diese Atteste sollten unbedingt beinhalten welche Maßnahmen bereits ergriffen wurden und das es keine Verbesserung gab, am besten mit Verweis darauf welche Maßnahmen die KK bereits zahlen musste. Auch ganz wichtig ist eine lange Leidensgeschichte mit damals erfolgten Maßnahmen zu belegen. Evtl kannst du deine Gewichtsabnahme auch als Versuch die Brustgröse zu reduzieren verkaufen.
Ich gehe davon aus, dass du nur über das Kosten-Nutzen-Argument überhaupt eine Chance hast, denn einfach nur Schmerzen reichen halt nicht. Wenn du belegen könntest, dass sich die KK auf lange Sicht enorme Kosten spart mit der OP, hast du ne Chance. Ansonsten gehe ich davon aus das das du in spezialisierten Foren eine bessere Informationsquelle finden wirst als hier bei uns. Soooviele Frauen mit BrustOP finden sich hier einfach nicht.

PS weil man es missverstehen könnte:bei mir war es keine BrustOP
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