Brust-OP?

Brustkrebsvorsorge und andere Themen, die die Gesundheit der Brüste betreffen.

Re: Brust-OP?

Beitragvon anjachristina74 » 6 Oktober 2013, 12:48

Hallo liebes Forum,

nachdem ich mich erst seit einem Monat hier im Forum befinde und auch noch auf der Suche nach "DEM EINEN" Bh bin, habe ich mir lange überlegt, ob ich hier tatsächlich als Frischling etwas dazu schreiben soll/darf. Ich tue es jetzt einfach trotzdem, weil mich das Lesen dieses Threads doch sehr bewegt hat.

Ich habe mir vor 4 Jahren die Brüste verkleinern lassen.
Vor der OP hatte ich (ungefittet) 70G, oft auch 75G mit enger genähtem UBB. Nach den bisherigen Erfahrungen hier im Forum würde ich sagen, wahrscheinlich hätte ich auch in einen größeren Cup gepasst, da kannte ich aber die hier bekannten Marken noch nicht. Getragen habe ich PrimaDonna oder Marlies Dekkers. Habe gerade mal meine alten Maße herausgekramt: UBU 70, BU 110cm.

Ich habe meine Brüste immer gemocht und mich nie unwohl damit gefühlt. Ich habe immer in guten Wäschegeschäften auf dem Dorf eingekauft (die es leider alle nicht mehr gibt) und auch meine Kleidung passend zur Oberweite gesucht. Für das Joboutfit eher "kaschierend", fürs Weggehen gerne auch "provozierend" eng + ausgeschnitten *sucht* . Das hat immer mehr Zeit, Aufwand + Geld gekostet, als das Einkaufen "von der Stange" mit Ottonormalverbrauchergröße. Daran hatte ich mich aber gewöhnt. Ich hatte auch, weil ich das schön an mir fand, meine Nippel gepierct.

Glück hatte ich glaube ich auch mit meinem Umfeld. Die gesamte weibliche Verwandschaft hat mehr oder weniger üppige Oberweite, ich fand das nie "unnormal". Auch hatte ich das Glück nie mit dummen oder herabsetzenden Bemerkungen beim Wäsche- oder Kleidungskauf bedacht zu werden. Kurz: ich war eigentlich eher stolz auf die "große" Oberweite.

Leider gibt es trotzdem eine Schattenseite: ich habe seit die Brüste anfingen zu wachsen immer schlimmere Rückenschmerzen, später dann auch eine deutliche Verformung der Wirbelsäule im Brustwirbelbereich. Über viele Jahre spezielles Rückentraining, Krankengymnastik, Schwimmen, Massagen, ... alles hat ein bißchen geholfen aber nichts wirklich. Mein Orthopäde hat vor ca. 10 Jahren mal sehr vorsichtig gesagt, dass er sich für mich eine Brustverkleinerung vorstellen kann, da das Gewicht der Brüste wahrscheinlich maßgeblich zu meinen Rückenproblemen beiträgt.

Ich habe 6 Jahre lang überlegt. Nach sehr vielen Gespräche mit Ärzten, Physiotherapeut, Freunden und Familie habe ich mich zur OP entschieden. Die Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht. Mich hat genau das irritiert, was hier viele ansprechen: das ist mein Körper, meine Brüste, die ich mag wie sie sind. Soll ich einen gesunden Teil von mir operativ verändern? Obwohl ich damit zufrieden bin? Was macht das mit meinem Körpergefühl? Den Ausschlag gegeben haben dann die Rückenschmerzen, die immer mehr meinen Alltag beeinflußt haben.

Operieren lassen habe ich mich dann in einer Klinikabteilung, die auf chirurgische Brustrekonstruktion und Brustverkleinerung spezialisiert ist, nicht beim Schönheitschirurgen. Es gingen (ein Jahr lang!) einige Gespräche mit dem behandelnden Arzt voraus, der sich viel Zeit für mich genommen hat. Aus den Mammografiebildern hat sich gezeigt, dass die Brust bei mir fast nur als Drüsengewebe besteht, das schwerer ist als Fett-/Bindegewebe. Er meinte, dass er die Brustbasis bei der OP nicht verändern kann, eine verkleinerte Brust daher als genauso breit + hoch bleibt wie vorher, aber weniger tief ist. Weiterhin wird die Brust gestrafft, sitzt also höher im Vergleich zur Brustbasis. Die Brustwarzen samt Höfen werden der neuen Brustform entsprechend nach oben und zum Brustkorb hin verlagert, bleiben dabei aber an Ihrem "Stiel", so dass die Funktion soweit möglich erhalten bleibt. Je weiter die Brustwarze versetzt wird, desto höher ist das Risiko, dass Nerven und Milchkanäle irreparabel geschädigt werden. Er hat vorher mit Markern auf meiner Haut angezeichnet, wo was etwa sitzen wird und wo später die Narben sitzen werden (im Halbkreis um die unteren Brusthälften etwa da wo sonst der Bügel sitzt, eine senkrechte Naht zur Brustwarze hin und eine Narbenlinie rund um den Brustwarzenhof). Seine Ansage war: die Narben werden mit der Zeit verblassen, aber ein Leben lang sichtbar bleiben. Er hat mich auch gewarnt, dass es hinterher nicht einfacher wird, einen passenden BH zu finden (!), da die Brustbasis die einer großen Brust bleibt, die neue Brust aber die Form einer kleinen Brust hat. Er hat gesagt, er operiert nicht hin zu einer bestimmten Ziel-Cupgröße, sondern formt mit dem bestehenden Gewebe eine kleinere, aber natürliche Brustform.

Die Krankenkasse hat glücklicherweise alle Kosten übernommen, vorgelegt habe ich Atteste vom Orthopäden, Gynäkologen, operierendem Arzt, Hausarzt und Physiotherapeuten.

Direkt nach der OP habe ich einen speziellen Post-OP-BH angepasst bekommen. Der wurde vorne geschlossen und war sehr weich und elastisch (das Unterbrustband sollte lose sitzen, damit es nicht auf die Narben drückt). Die ersten 3 Monate sollte ich nur diesen tragen (in mehreren Exemplaren), die nächsten 3 Monate keine Bügel-BHs. Danach habe ich meist BHs in 65D ohne Bügel getragen. Wirklichen Halt habe ich eigentlich fast nicht gebraucht, weil die Brüste straff und fest waren und nicht hingen.

Die erste Zeit nach der OP war sehr hart. Es wurden bei mir auf beiden Seiten je ca. 1kg Gewebe entnommen. 10Tage Klinik: Schmerzen, Schwellungen, Wunddrainage, Kreislaufprobleme, Nachwirkungen der 4h Vollnarkose + des Blutverlusts, ... In den ersten Monaten nach der OP kein Sport, viele Bewegungen tun weh. Die Narben haben bei mir lange gebraucht um zu Verheilen, in der Zeit hat alles was dort berührt hat mich verrückt gemacht.

Mein Körpergefühl hat sich in dieser Zeit tatsächlich sehr geändert. Aber ich habe schon direkt nach der OP festgestellt: ich liebe meine neuen kleinen "Kugeln" :-) Nach den ersten Monaten sah die Welt dann auch ganz anders aus:

Ich konnte plötzlich völlig unbelastet Sport betreiben (Joggen, Kampfsport, Schwimmen). Natürlich ging das vorher auch alles, aber ich fühlte mich jetzt "unbeschwerter" als vorher. Ich habe innerhalb des ersten Jahres auch fast meinen ganzen Kleiderschrank umgestellt. Hat eine zeitlang gedauert, bis ich meine neue Linie gefunden habe. z. B. in was für Kleidungsstücken man sich "sexy" fühlt, aber auch in welche Business-Klamotten man passt. Nicht zuletzt mussten meine zwei geliebten maßgeschneiderten Korsetts, die ich oft zum Weggehen anziehe, an die neue Figur angepasst werden. Bis das volle Gefühl und Empfinden in allen Bereichen der Brust wieder da war, hat es fast 6 Monate gebraucht. Wobei ich dabei wohl sehr gut weggekommen bin.

Vor einen Jahr habe ich dann meinen kleinen Sohn bekommen und festgestellt, dass ich bei der OP noch viel mehr Glück hatte als gedacht: ich konnte voll stillen. Bis auf eine stärkere Neigung zu Milchstaus habe ich keinerlei Einschränkungen gehabt.

4 Jahre nach der OP jetzt das Resumee: ich würde ich OP jederzeit wieder durchführen lassen. Ich mochte meinen Körper vor der OP und mag ihn jetzt noch immer genauso. Die Narben sind inzwischen ein Teil von mir, nach wie vor sichtbar, wenn auch sehr stark verblasst, sind allerdings insb. außen noch immer etwas empfindlich. Durch Schwangerschaft und Stillzeit hat sich die Brust natürlich sehr verändert, ist jetzt viel weicher und hängender als vorher (größer als vor der Schwangerschaft, aber immer noch deutlich kleiner als vor der OP). Die BH-Suche ist jetzt nicht einfacher, als vor der OP :-) Aber, und das ist mir das wichtigste: ich habe seither kaum noch Rückenschmerzen. Natürlich muß ich etwas dafür tun (Sport), aber die Entlastung hat bei mir deutlich geholfen. Und das ist für mich ein riesiges Stück Lebensqualität.

Das soll jetzt kein Pladoyer für Brust-OPs sein, sondern einfach ein Erfahrungsbericht aus meiner ganz persönlichen Sicht. Ich bin glaube ich bin sowohl bezüglich Motivation für die OP als auch bezüglich OP-Ergebnis eher ein Sonderfall. Aber ich wünsche mir Offenheit und Toleranz auf beiden Seiten (pro und contra OP), so dass Menschen, die mitten in diesem Entscheidungsprozess stecken ohne Anfeindungen von einer der Seiten Ihren eigenen Weg finden können. Das ist auch so schon schwierig genug.

Davon abgesehen: es ist wunderbar, dass es dieses Forum gibt und damit vielleicht einigen Menschen geholfen werden kann nicht nur den passenden BH zu tragen, sondern sich damit in Ihrem Körper wohl zu fühlen. Ohne OP :-)

just my 2cents ...
anja

edit: etwas wichtiges, das ich ganz vergessen habe zu schreiben: mein Mann hat mich die ganze Zeit wunderbar unterstützt. Er hat mir immer wieder gesagt, dass er mich + meine Brüste sowohl vor als auch nach der OP geliebt hat und mich in allem unterstützt was mir in diesem Zusammenhang gut tut. Das kann man gar nicht hoch genug bewerten.
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Re: Brust-OP?

Beitragvon nashira » 8 Oktober 2013, 18:36

Vielen Dank für deinen tollen Bericht. Ich finde es super, wie du uns hier deine Beweggründe schilderst.
Ich bin auch der Meinung, dass es immer mehrere Seiten gibt und es durchaus auch Menschen gibt und Situationen, in denen eine OP einen großen Nutzen hat.

*sp*
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Re: Brust-OP?

Beitragvon ydnam » 1 November 2013, 15:03

Ich würde niemandem eine Brust-OP raten. Ich weiß, dass das von Fall zu Fall immer anders verlaufen kann, aber trotzdem solltet ihr das Thema gut überdenken. Ich wurde an meinen Brüsten operiert, weil ich eine größere Oberweite haben wollte. Meine Busen sollten um 2 Körbchengrößen erweitert werden. Was ich nach der OP sah, hat mein Leben geändert. Zwar hatte ich eine Zunahme von 2 Körbchengrößen, jedoch waren meine Brustwarzen auffällig ungleich und außerdem lagen sie an verschiedenen Stellen. Sie waren nicht mehr auf der gleichen Höhe. Ich konnte es nicht fassen. Was danach passierte kann man sich ja denken. Ich litt Monate lang an Depressionen und konnte keine Beziehung eingehen. Nichts hat mir mehr Spaß gemacht. Ich hatte keinen Spaß am Leben. In 3 Monate werden ich nachoperiert, von einem anderen Arzt. Dieser soll nun das ungleiche beheben. Darum rate ich euch, wenn ihr euch operieren wollt, dann sucht den besten und erfahrensten Arzt aus. Überlegt euch das lange, bevor ihr euch auf den Operationstisch legt. Oder versucht natürliche Methoden. Zum Beispiel hier: orthomed.com/groessere-oberweite-ohne-op-bekommen-anleitung/
lg
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Re: Brust-OP?

Beitragvon loewenzahn » 1 November 2013, 15:22

Danke, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst. Gerade, wenn das Ergebnis nicht so ausfällt, wie erhofft, stelle ich es mir gar nicht so leicht vor, darüber offen zu sprechen.

Die angesprochenen natürlichen Methoden auf dieser Webseite finde ich aber leider auch sehr fragwürdig....
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Re: Brust-OP?

Beitragvon Seepferdchen » 1 November 2013, 15:27

@ Ydnam: So wirklich überzeugend sind die vorgeschlagenen "natürlichen Methoden" aber nicht. Push-Ups und Einlagen sind eine Option und dass man bei Gewichtszunahme größere Brüste bekommt, stimmt natürlich auch. Kapseln, Cremes und Hypnose würde ich jedoch zur Kategorie unseriös zählen, ebenso wie die Vakuumpumpe. Letztere ist sicherlich nicht schlecht, um die Durchblutung anzuregen, aber ein Brustwachstum setzt davon wahrscheinlich nicht ein. Und als gesunde Frau Hormone zu nehmen, damit sich die Brüste vergrößern, grenzt meiner Ansicht nach schon an Wahnsinn. So etwas würde hoffentlich kein vernünftiger Arzt unterstützen und dass es gefährlich wäre, einfach etwas aus dem Internet zu bestellen, ist klar. Am Beispiel von Hormonmissbrauch unter Sportlern kann man sehen, wohin so etwas führen kann.

Viel Glück für deine Nachoperation! *daumendrück*
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Re: Brust-OP?

Beitragvon mamabrummsel » 3 November 2013, 18:21

In meiner Teenagerzeit war ich auch oft unzufrieden mit meiner Brust. Im Laufe der Jahre habe ich sie aber lieben gelernt. Nicht zuletzt aufgrund der positiven Rückmeldung von der Männerseite. OP war nie ein Thema. Ich finde meine Brüste sehr schön geformt, eine Cupgröße größer wäre mir allerdings lieber gewesen, weil sie besser zu meinem etwas weiblicher ausgefalleneren Unterleib passen würden. Aber es war schon ok so. War...

Inzwischen ist alles anders, denn nach 2 Kindern habe ich geschätzte 5cm Brustumfang verloren. Geschätzt deshalb, weil die letzte Messung vor der SS mit 15 J. war und ich die Zahl nicht meht 100%ig im Kopf habe. Das ist echt bitter. Ich habe jetzt also dasselbe "Problem" wie Nähfee & Co. Vor allem: Ich gefalle mir nicht mehr. Oft stehe ich vor dem Spiegel und kann nur noch heulen. Ich habe das Gefühl das ist nicht mehr MEIN Körper. So wurde was nie Thema war Teil meiner Überlegungen: die OP. Vorher will ich aber noch die RIchtigen BHs für meine Brust finden und setzte auf dien Regenerationskraft meines Körpers (hab erst vor 11/2 Monaten abgestillt) und hoffe auch auf die Brustmigration. (Hab das Forum hier erst nach der 1. SS entdeckt) Wenn ich dann noch so empfinde wie jetzt, werde ich auf jeden Fall mal zu einem Beratungsgespräch beim Plastischen Chirurgen gehen. Ich fühle mich in meiner Weiblichkeit sehr beschnitten, v.a. würde ich mich schämen mich vor einem Mann auszuziehen. Ich habe einen Mann, der mir das Gefühl vermittelt, dass er mich und meine Brüste wunderschön findet und liebt so wie sie sind. Man könnte ja denken: Herzlichen Glückwunsch, das reicht doch! Tut es aber nicht! Mir nicht. Ich fühle mich in meiner (sexuellen) Freiheit eingeschränkt. Ich will auch wissen das andere mich schön und sexy finden, auch wenn ich nicht ihre Kinder zur Welt gebracht habe.

Das Problem ist, dass ich MEINE alten Brüste wiederhaben will, und auch nach einer OP habe ich die nicht sondern wieder andere mit den bekannten Problemen (nachfolgende OPs, Gefühlsverlust etc.) Ob ich die wohl lieben können werde? Ich bin sehr verzweifelt und weiß ehrlich gesagt nicht was ich machen werde. Silikonbrüste find ich eigentlich eher unestätisch. Meine Cousine hat welche, total überdimensioniert für ihren Körper.

Zum Thema allgemein: Früher war ich eher Gegner von SchönheitsOPs in den meisten Fällen, außer in besonderen Außnahmen wie Hasenscharten, Verbrennungsopfer etc. Da würde wohl kaum jemand etwas dagegen sagen. Aber hier geht es
schon los: Wer entscheidet ab wann ein Mensch sich als entstellt empfinden darf? Ich wähle bewust dieses provokante Wort, denn ich glaube die Sicht auf den eigenen Körper ist bei vielen, die mit der OP liebäugeln sehr negativ/destruktiv und für andre nichtz nachvollziehbar. Andere Frauen haben bestimmt auch ohne vorhergehende Schwangerschaft ein ähnliches Brustgrößen-Körperverhältnis wie ich und finden sich selbst sehr schön. Hab mir mal Vorher-Nachher Fotos von Brustvergrößerungen angesehen und muss sagen bis auf wenige Ausnahmen fand ich es Vorher immer schöner.
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Re: Brust-OP?

Beitragvon loewenzahn » 3 November 2013, 20:46

Ich kann verstehen, dass es sehr schwierig ist, sich an eine Veränderung des Körpers zu gewöhnen und sie zu akzeptieren. Es gehört (leider?) dazu, dass sich der Körper im Laufe des Lebens verändert. Menschen bekommen Falten, viele nehmen zu, andere bekommen graue Haare... Und da du 2 Kinder bekommen hast, hat dein Körper doch Höchstleistungen erbracht, vor der ich sehr großen Respekt habe *ja*.

Dein Beitrag hört sich nicht so an, als seist du davon überzeugt, dass dir deine Brust nach einer OP gefallen würde und du sie dann besser akzeptieren könntest. Das ist natürlich keine gute Voraussetzung für eine OP, zumal ja auch hohe Kosten, Schmerzen und Risiken bestehen. Deshalb schreibe ich mal meine Gedanken auf, vielleicht kannst du ja etwas damit anfangen.

mamabrummsel hat geschrieben:Ich will auch wissen das andere mich schön und sexy finden, auch wenn ich nicht ihre Kinder zur Welt gebracht habe.

Ich möchte ganz vehement der Vorstellung widersprechen, dass andere Leute nur Menschen mit großen Brüsten schön/sexy finden. Ja, ich weiß, jedes Werbeplakat erzählt uns, Frauen müssen schlank sein und große Brüste haben um schön zu sein und bla bla - das ist doch alles Unsinn. Menschen sehen ganz verschieden aus und das ist auch gut so.
Dann ist es natürlich generell gefährlich, sein eigenes Wohlbefinden daran zu koppeln, was andere über den eigenen Körper denken. Es ist völlig egal, wie jemand aussieht - es gibt Menschen, die werden daran immer etwas auszusetzen haben. Genauso wie es Menschen gibt, die das gerade schön finden. Schönheit ist subjektiv, sie lässt sich daher auch nicht durch eine OP erreichen.
Vielleicht wäre es auch hilfreich, wenn du dich fragst, woher das eigentlich kommt, dass du die Anerkennung anderer brauchst, um deinen Körper zu akzeptieren, und was wirklich dahinter steckt. Ist die Veränderung der Brust vielleicht nur ein Symptom und die Ursache ist eine ganz andere? Dann würde doch evtl. die Beseitigung der Ursache mehr bewirken als eine OP...

Wenn ich dich richtig verstehe, wäre eine OP nicht mehr erforderlich, wenn du deinen Körper akzeptieren und schön finden kannst, so wie vorher. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, zumindest für mich war es möglich, das zu erreichen, ohne dass sich mein Körper irgendwie verändert hätte. Er sieht jetzt genauso aus wie früher, als ich ihn nicht mochte. Der Weg dorthin ist wahrscheinlich für jede_n ein anderer, aber ich bin mir sicher, dass diese Möglichkeit generell besteht.

Was mir zum Beispiel geholfen hat, war die Netiquette dieses Forums. Wir haben hier ja die Regel, dass wir keine körpernormativen Aussagen machen, auch nicht über den eigenen Körper. Nachdem ich das am Anfang eine Zeit lang hier im Forum beachtet habe, habe ich das auch in mein Denken übernommen. Wenn ich jetzt mal wieder vor dem Spiegel stehe und denke, hm, also meine Beine... - dann sage ich mir sofort: Ich sehe aber nun mal so aus. Und das wird nicht bewertet, auch nicht von mir selbst.

Und so gibt es natürlich noch viele andere Strategien, manchen Frauen helfen auch professionelle Fotos, ein Blick in die Normal Breast Gallery oder passende BHs - die probierst du ja jetzt schon *daumenhoch*
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Re: Brust-OP?

Beitragvon mamabrummsel » 19 Januar 2014, 02:17

Deine Gedanken haben mir in der Tat geholfen, loewenzahn. Ich musste sie eine Weile "sacken" lassen, daher die verspätete Antwort. Inzwischen habe ich mich wieder etwas mehr mit meiner Brust anfreunden können. Auch weil sie sich etwas erholt hat und ich wenigstens wieder die Maaße meiner Erstberatung habe. Gelegentlich schaffe ich es mich wieder schön zu finden, oft aber nicht. Ich muss gestehen, ich erwische mich oft beim Vergleichen mit anderen Frauen. Und wenn sie dann eine Brustgröße aufweisen, wie ich sie gerne hätte (und hatte) werde ich neidisch. *sichschäm* Ich will ja gar keine große Brust, nur halt a bissl mehr. Früher habe ich auch viel verglichen, aber nie die Brust, eher die Beine. Das mit den körpernormativen Aussagen/Gedanken vermeiden muss ich noch üben...
Im Grunde haben wir Frauen doch einen an der Klatsche mit unserer chronischen Unzufriedenheit. Vor einiger Zeit habe ich alte Fotos angesehen und gedacht dass ich mit 15 doch ein ziemliches Sahneschnittchen war. Mit 15 sah ich das aber ganz anders. Alles was ich an mir auszusetzten hatte empfinde ich heute als lächerlich. Und ich 15-20 Jahren wird sich das Gleiche vermutlich wiederholen...
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Re: Brust-OP?

Beitragvon Garfield83 » 19 Januar 2014, 18:51

Ich habe einen Roman, in welchem die Protagonistin ihrem früheren Ich begegnet und alte Fotos von sich anschaut. Da stellt sie fest, dass sie schöne Beine hat und sie immer noch schön sind (im Roman ist sie anfang 30). Ich nahm es tatsächlich zum Anlass, etwas häufiger einen Rock anzuziehen.
E wie Erhaben :mrgreen:
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