Pinker Oktober: Anleitung zur Brust-Selbstuntersuchung

Brustkrebsvorsorge und andere Themen, die die Gesundheit der Brüste betreffen.

Pinker Oktober: Anleitung zur Brust-Selbstuntersuchung

Beitragvon headology » 5 Oktober 2011, 21:46

Ich erlaube mir mal ein Crossposting...
Kopie von drüber & drunter - Reihe Pinker Oktober - Brustkrebs-Infomonat

Wie man am besten tastet - Anleitung zur Brust-Selbstuntersuchung

Es wird ja viel darüber gesprochen, daß die Selbstuntersuchung der Brust total wichtig ist, um Anomalien und Auffälligkeiten möglichst früh zu entdecken. Allerdings wird dieser wertvolle Ratschlag häufig - wenn überhaupt - nur mit sehr spärlichen Anweisungen geliefert, wie man bei der Sache am besten vorgeht. Scheinbar gibt es keine "offizielle" Vorgehensweise, weshalb ich mehrmals die Meinung gefunden habe, es sei eigentlich egal wie man es macht, hauptsache man macht es.
Ich finde das ehrlich gesagt erschreckend, denn gleichzeitig liest man daß der Sinn von diesen Untersuchungen als umstritten gilt, weil die "Trefferquote" so gering sei. Kein Wunder, wenn man gar nicht weiß, was man da eigentlich tut!
Wikipedia sagt, es gäbe zwar Silikonmodelle, an denen man lernen könne, Knoten voneinander zu unterscheiden, aber die Kosten dafür würden in Deutschland nicht von der Krankenkasse übernommen. - OHNE WORTE!

Die folgende Entdeckungsquote könnte man doch sicher mit ein bißchen KnowHow entscheidend verbessern, oder?

0,5 cm = durchschnittliche Größe eines Knotens, der durch eine Mammografie gefunden werden kann
1 cm = durchschnittliche Größe eines Knotens, den die Frauenärztin / der Frauenarzt beim Tasten finden könnte
2 cm = durchschnittliche Größe eines Knotens, den eine Frau selbst finden kann, die regelmäßig ihre Brust selbst untersucht
3,5 cm = durchschnittliche Größe eines Knotens, den eine Frau per Zufall entdeckt

Quelle: Präventionsbroschüre von Brustkrebs Deutschland e.V. PDF-Download



Warum?
Warum soll man die Brüste überhaupt abtasten?
Ziel der Brust-Selbstuntersuchung sollte sein, seine Brüste so gut wie möglich kennenzulernen, so daß man Veränderungen feststellen kann! [Zu den symptomatischen Veränderungen siehe vorhergehender Blog-Eintrag CoppaFeel! Lerne deine Brüste kennen...] D.h. man muß die Untersuchung regelmäßig vornehmen.

Wann?
Wie oft ratsam ist, darüber scheiden sich die Geister - einige sagen, möglichst oft ist möglichst sinnvoll, um auf Veränderungen während des Zyklus miteinbeziehen und von dauerhaften Knoten/Verhärtungen unterscheiden zu können. Andere meinen, einmal im Monat sollte ausreichen. Empfohlen wird dann, die Untersuchung in der ersten Woche nach Eintritt der Menstruation vorzunehmen, weil das Brustgewebe dann am weichsten ist und zyklusbedingte Schwellungen am geringsten. Frauen nach der Menopause legen einfach einen Termin fest (etwa der erste Tag des Monats).

Was?
Dieser Clip des Videoportals des SF zeigt den Aufbau der Brust, quasi das Ausgangsmaterial der Untersuchung. ;-)
Wie die weibliche Brust aufgebaut ist und wo sich das Mammakarzinom einnistet

Wie?
Nun also zur Kernfrage: Wie geht so eine Selbstuntersuchung eigentlich?
Wie schon befürchtet, ist die Auswahl an hilfreichen Informationen im Internet recht übersichtlich - vor allem, wenn man man sich auf deutschsprachiges Material beschränkt. Es drängt sich mir mal wieder der Eindruck auf, irgendwo hinter den sieben Bergen zu wohnen... aber gut. So ist das nun mal. Hier also eine Übersicht über brauchbare Ergebnisse:


Als Tip wird häufig mit angegeben, die Tastuntersuchung unter der Dusche durchzuführen oder Bodylotion/-öl zu verwenden, weil die Finger dadurch über die Hautoberfläche flutschen und man dadurch das Gewebe besser erfühlen kann. (Massageprinzip)

Kurse und "Lernmaterial"
Sabine von Smart-Girls-Allerlei hatte in einem Kommentar darauf hingewiesen, daß sie vor einigen Jahren die Möglichkeit hatte, einen kostenlosen Kurs bei der Krankenkasse zu buchen - dort bekam man an einem "Brust-Dummy" das Tasten und Erfühlen von Knoten beigebracht. Sie war so lieb sich extra noch mal zu erkundigen, ob es solche Kurse noch gibt. Leider werden sie mittlerweile nicht mehr angeboten.

Abgesehen davon gibt es noch andere Möglichkeiten, einen Kurs zu belegen, z. B. bei einer MammaCare-Trainerin. Zitat: "MammaCare ist bis heute, weltweit die einzige, wissenschaftlich überprüfte Form der klinischen Brustuntersuchung und der Vermittlung der Brustselbstuntersuchung." (mammacare.de)
Am Frankfurter Zentrum kostet ein 90 Minuten-Kurs beispielsweise 30€.
Alternativ kann man sich auch für 89,25€ ein Übungsset (MammaCare System) für zuhause bestellen, das folgende Teile enthält:

    - einem Silikonmodell der weiblichen Brust
    - einem Videofilm von 37 Minuten zur Anleitung
    - einem Handbuch mit Hinweisen
    - persönlichen MammaCare Aufzeichnungen
    - Umkarton zur Aufbewahrung Ihres MammaCare Systems

Die Kosten dafür werden wie gesagt scheinbar nicht von den Krankenkassen erstattet. Versuchen kann man es aber natürlich trotzdem; schon um auf das Thema aufmerksam zu machen.


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Re: Pinker Oktober: Anleitung zur Brust-Selbstuntersuchung

Beitragvon Aqua » 5 Oktober 2011, 22:01

Ich habe mir erlaubt, diesen Thread anzupinnen.

Und hier noch eine Cross-Verlinkung zum Thread über die Brustkrebs-Selbstuntersuchung.
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Re: Pinker Oktober: Anleitung zur Brust-Selbstuntersuchung

Beitragvon headology » 5 Oktober 2011, 22:17

Danke fürs Anpinnen, Aqua. *freunde*

Ich hoffe, die Zusammenstellung ist einigermaßen hilfreich. Ich fand es wirklich schwierig, Informationen dazu zu finden, wie man tasten soll. Auflistungen von Symptomen und alle möglichen anderen Infos gibt es dagegen zuhauf. (Ich hab mir deswegen das Übertragen der anderen beiden Texte, die bereits online sind gespart. Auch weil ich zu faul war, die Links hier manuell nachzutragen. :oops:)
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Re: Pinker Oktober: Anleitung zur Brust-Selbstuntersuchung

Beitragvon Aqua » 6 Oktober 2011, 18:36

Ich habe noch eine Umfrage dazu erstellt, ich bin gespannt, wie viele Frauen wirklich daran denken und es regelmäßig durchführen.
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Re: Pinker Oktober: Anleitung zur Brust-Selbstuntersuchung

Beitragvon Arabella » 7 Oktober 2011, 10:26

Ich bin ehrlich entsetzt über die Haltung »Mein Arzt macht das nicht, also mache ich es auch nicht«. Was für eine gefährliche Einstellung!
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Re: Pinker Oktober: Anleitung zur Brust-Selbstuntersuchung

Beitragvon Keksministerin » 13 Oktober 2011, 12:30

Hm.. die Technik die ich benutz ist gar nicht dabei. DIe hat meine Frauenärztin mal meiner Mutter gezeigt weil die angeblich leichter wäre für Selbstuntersuchungen. Und zwar nimmt man da die Brust in die eine Hand und hebt sie so an, dass alles möglichst weich in der Hand liegt. und dann mit so "krabbelnden" ( ein bisschen so wie in dem zweiten "How to Do a Partner...") Bewegungen drüber gehen.
Nachdem ich diese Technik sonst nirgendwo gefunden hab weiß ich nicht wie relevant sie wirklich ist, aber ich komm damit besser klar, weil ich das Gefühl habe dadurch festkörperchen besser entdecken zu können
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Re: Pinker Oktober: Anleitung zur Brust-Selbstuntersuchung

Beitragvon headology » 13 Oktober 2011, 13:25

Ich hab eigentlich nur zusammengetragen, was ich auf die Schnelle an illustrierten Anleitungen gefunden habe... Das erhebt natürlich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.
:)
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Re: Pinker Oktober: Anleitung zur Brust-Selbstuntersuchung

Beitragvon Indigo » 13 Oktober 2011, 13:42

Ich denke es kommt auch total auf die Größe und Form der Brust an. Aber wenn man regelmäßig tastet, entwickelt man eh seine eigene, auf die Brüste abgestimmte Technik - also ran da! *undweg*
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Re: Pinker Oktober: Anleitung zur Brust-Selbstuntersuchung

Beitragvon precious » 13 Oktober 2011, 13:46

Ein wirklich wichtiges Thema...das ich immer wieder vergesse. *seufz*
Ich nehme mir oft vor mich wieder öfter selbst abzutasten, aber es ist einfach aufwendig bis unangenehm/schmerzhaft, da ich sehr drüsiges Gewebe habe, bei dem bereits mehrere Frauenärzt sagten, daß es sehr schwer ist was zu ertasten.
Aber ich werde es auf jeden Fall wieder versuchen...man wird ja nicht jünger und die Wahrscheinlichkeit zu erkranken wird zunehmen...ob man es sich eingesteht oder nicht. :(
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Re: Pinker Oktober: Anleitung zur Brust-Selbstuntersuchung

Beitragvon Kizzy84 » 23 September 2013, 21:29

Theoretisch weiß ich wie man die Brust abtastet. Nun habe ich relativ neu einen Knoten unterhalb der Brust (unten am Brustbogen) dort wo der Bügel vom BH sitzt. Ich trage nun Tag und Nacht Bügelbh`s und stelle mir die Frage ob es daher kommt? Der Schmerz zieht bis zum Brustbein. Wenn mein Freund die Stelle massiert bilde ich mir ein, dass dieser Knoten kleiner wird. Können an dieser Stelle auch Muskelknoten sein? Ich habe eine Skoliose und hätte mir gedacht, dass das bestimmt daher kommt und kein eigentliches Brustproblem ist. Ich war in der Zwischenzeit auch schon beim Gyn. Habe vergessen sie drauf anzusprechen. Sie hat aber normal die Brust abgetastet. Da wäre es bestimmt aufgefallen, oder?
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