Eine Busenfreundin im Wäschefachgeschäft

Forumsregeln
Bitte beachtet den Leitfaden für BH-Läden-Berichte. Dankeschön! *sonne*

Die Erfahrungsberichte sind subjektive Meinungen und widerspiegeln nicht die der Forumsbetreiberin. Auch wenn sorgfältig geprüft wird, dass die Aussagen sachlich, informativ und nicht beleidigend sind, können wir nicht ausschließen, dass es doch mal passiert, dass uns was entgeht. In solchem Fall bitten wir die Ladenbesitzer_innen sich an die Administratorin oder an die Moderation zu wenden.

Eine Busenfreundin im Wäschefachgeschäft

Beitragvon Shirly » 2 September 2012, 10:55

Wie verhalte ich mich als Busenfreundin im Wäschefachgeschäft richtig ?

Die Frage geht vor allem an die Frauen, die selbst BHs verkaufen und Kundschaft beraten. Aber natürlich auch an alle anderen, die eventuell auch nicht wissen, wie sie ihr hier gesammeltes Wissen einer Fachverkäuferin entgegenbringen.

Hier muss man natürlich Unterschiede machen.
Wenn ich in ein Fachgeschäft gehe, wo ich merke die Verkäuferin will mir meine 65FF nicht glauben und möchte, dass ich doch ein 80C probiere, ist es mir egal was die Frau von mir denkt. In diesem Geschäft werde ich nichts bekommen und auch nichts kaufen wollen.

Mir geht es eher darum wie man sich verhält, wenn man einer guten Verkäuferin gegenübersteht. Ich habe ein wenig die Befürchtung, dass manche Verkäuferinnen nicht damit umgehen können, wenn eine Kundin genau weiß was sie will. Die sogar darauf aufmerksam macht, was ihr an diesem BH nicht gefällt. Die selbst merkt, dass der Steg nicht anliegt, der Cuprand einschneidet oder die Bügel zu breit/schmal sind. Die Namen der Modelle einiger BH Hersteller weiß. Einige BHs schon durch hat und schon vorhersagen kann, dass der gebrachte BH nicht passen wird (aufgrund von Schnitt oder Größe)

Dieses Erlebnis hatte ich nämlich gestern. Ich hatte eine junge Verkäuferin, die wirklich top war! Ich hatte bei ihr auch nicht das Gefühl, dass sie sich durch mein "Wissen" angegriffen fühlte.
Ich möchte ja nur mit den Verkäuferinnen zusammenarbeiten, um schnell an ein gutes Ergebnis zu kommen.
Bevor ich z. B. den Freya Deco noch einmal probiere, obwohl ich weiß, dass dieses gemouldete und plungige mit meinen weichen Brüste nicht funktioniert, sage ich das lieber.

Sollte ich eventuell doch einfach mal ruhig sein und die Verkäuferinnen machen lassen, oder soll ich meinen Standpunkt gleich festmachen?
Freut ihr Verkäuferinnen euch über Kundschaft die sich mit BHs auskennt? Oder wollt ihr gar nicht weiter helfen, wenn die Kundin da gleich ansprüche stellt (in Sachen Bügelbreite, Schnitt usw.), weil wenn sie sich ja so gut auskennt, kann sie das ja selbst machen.

Oder wie verhaltet ihr anderen euch, wenn ihr in einem guten Fachgeschäft seit ?
Benutzeravatar
BH-Größe: UK 30FF/30G • EU 
Alte BH-Größe: 70F
UBU: 68 • 72 cm
BU: 90 • 94 • 99 cm
Schwanger: Nein • am Stillen: Nein
 
Beiträge: 917
Registriert: 26.06.2011
Danke: 4230
 
BH-log
Erstberatung

Re: Eine Busenfreundin im Wäschefachgeschäft

Beitragvon headology » 2 September 2012, 14:04

Danke daß du das Thema aufgreifst. Ich wollte schon länger was dazu schreiben, weil sich meine Perspektive in den letzten Monaten in der Bez. ganz schön verändert hat. Man hat ja normalerweise gar keinen Einblick hinter die Kulissen und daher auch wenig Verständnis für die Abläufe und Problematiken in einem Wäscheladen.

Um als Busenfreundin eine bessere Kundin zu sein ist es IMO wichtig, ein paar Hintergrundinformationen zu haben. Ich schreibe mal auf, was mir so einfällt.

Punkt 1: Die Preise
Die Verkaufspreise werden von den Herstellern festgelegt. D.h. ein Cleo-BH kostet je nach Modell im Verkauf regulär zwischen 35 und 40 Euro, die meisten Panache-Modelle liegen bei 45-50€, Masquerade bei 60, Freya um die 50, Fantasie meist bei 60 und Fauve-BHs kosten eher so 70, 80€. Das hat zum einen was damit zu tun, daß man in Deutschland höhere Einkaufspreise hat als in Großbritannien und dann wird mit einem Schlüssel von ca. 2.4 gerechnet, nach dem ein Verkauf rentabel sein soll. Zu deckende Kosten sind ja neben dem Einkaufspreis der Ware noch Miete + Nebenkosten, Steuern, Löhne, Abbezahlung des vorhandenen Warenbestands sowie Rechnungen für Nach- und Neubestellungen.

Man muß auch noch bedenken: Nicht für alle Frauen sind die 10 oder 15€, die ein BH in Deutschland im Vergleich zu UK teurer ist, ein großes Problem. Direkt Anprobieren können und sich hier nicht langwierig einlesen müssen, kann man auch als Komfort betrachten, den man sich leistet. Zumal ja auch das Rumschicken von Onlinebestellungen Geld kostet. Daß das für alle diejenigen nicht gilt, die am Existenzminimum dahinkrepeln und auch nur für vernünftige Beratung ist ja auch klar.

Punkt 2: Das Sortiment
Die meisten Wäschegeschäfte versuchen im Prinzip eine höherwertige/-preisige Auswahl von Standardgrößen an die Frau zu bringen, also BHs des Spektrums 70 oder sogar erst 75 bis 85 oder 90 A-E. Das macht dann pro Serie zwischen 15 und 25 Stück. Entsprechend viele Modelle können dann auch angeboten werden. Neben dieser Durchsortierung gibt es noch das "Ansammel-Prinzip", d.h. man hat ein wildes Sammelsurium von Einzelstücken und Restbeständen, die nach Größe sortiert in Schubladen oder Kisten wohnen und bei Bedarf gezückt werden können. Gedacht ist das dann so, daß man auch Kundinnen mit "exotischen Größen" ein, zwei, drei Exemplare einer Größe anbieten kann.

Nun sind wir natürlich übers Onlineshoppen anderes gewöhnt. Durch die großen britischen Onlineshops sind wir recht gut über das aktuelle Angebot informiert und wissen, was alles an Größen, Modellen, Farben etc. auf dem Markt ist. Entsprechend frustrierend ist es dann mit der üblichen "Make-Do"-Mentalität im Wäscheladen konfrontiert zu werden, wo einem versucht wird a) eine völlig falsche Größe zu verkaufen oder b) ein Modell das zwar nominell die richtige Größe hat, aber nicht paßt oder gefällt.

Die Gründe für das Auseinanderklaffen von BF-Anspruch und Wäscheladenrealität sind IMO recht vielfältig. An erster Stelle stehen die Kosten für ein gutes Sortiment. Die meisten Wäscheläden haben kein Einkaufsbudget das mit Figleaves oder auch Lace mithalten kann. Angenommen man kauft eine Serie von 30D bis 38H sind das schon 40 Größen (ohne Unterteile); rechnen wir pro BH nur einen EK von 20€ dann liegen wir schon bei einer Vorinvestition von 800€. Und dann weiß man noch nicht mal, ob das Modell was taugt (passformtechnisch) oder ob es den Vorstellungen der Kundinnen entspricht. Dazu kommt, daß Saisonartikel u.U. schon vor Erscheinen restlos für Vorbestellungen verplant sind, also nicht nach einem Test gekauft werden können und auch nicht nachbestellt. So kann es da schnell zu Größenengpässen kommen. (Besonders problematisch ist das übrigens IMO bei Bademode) Gleiches gilt für häufig gekaufte Größen. Oder man kann auch einfach Pech haben und jemand hat kurz vorher genau die drei gewünschten Modelle in der Größe gekauft, die man selber bräuchte.

Punkt 3: Die Nachfrage
Hier im Forum bekommt man leicht ein verzerrtes Bild davon, wie oft z. B. 60er Unterbrustbänder nachgefragt werden oder Cups über G. In der Realität ist das leider immer noch sehr selten der Fall. Wenn man da nicht stark dahinter her ist (soll heißen, eine intensive und auf ne Art auch ein bißchen bevormundende Beratung durchführt), kaufen Frauen eher die gefühlte Größe als die richtige. Schon deswegen, weil sie in 75A oder 85E eine viel größere Auswahl haben als in 30DD oder 34GG. Es ist oft schwierig, die perfekte Passform und die ästhetischen Vorstellungen (sportlich, einfarbig bunt, glatt, mit Schale aber doch ein bißchen Verzierung/Spitze am Unterbrustband und am besten mit Multiwayträgern) in Vereinbarung zu bringen. (Wie gesagt, ihr kennt ja das Angebot.)
Häufig wird auch beklagt, daß man in Nicht-Standard-Größen nur langweilige BHs in schwarz, weiß und haut bekommt. Allerdings zeigt die Erfahrung auch, daß das im Endeffekt sogar von denjenigen gekauft wird, die das vorher beklagt haben - einfach weil man erst mal was Pragmatisches braucht.

Punkt 4: Die Beratung
Meist gibt es in Wäscheläden keine Theoretisierung von Wissen - hier im Forum haben wir das ja sehr extrem betrieben, einfach weil es der Form nach nicht anders geht. Alles was hier an Informationen rumschwirrt sind Abstraktionen von persönlichen Erfahrungen, die wir so gut es eben geht analysiert und als Theorie formuliert haben. Deswegen verstehen viele neue Userinnen auch einfach nur Bahnhof wenn sie Breitbrust, Orange im Glas, schmalbügelig oder Euro-Plunge hören. So geht es auch Verkäuferinnen. In fast allen Fällen wird bei der Beratung einfach nach Trial and Error vorgegangen und mit dem gearbeitet, was eben vor Ort ist. Wie gut die Beratung hinsichtlich der Passform ist, hängt entsprechend nicht nur vom Reflexionsgrad der Verkäuferin ab sondern auch vom tatsächlichen Sortiment und den Erfahrungen, die man damit gesammelt hat. So kann es dann schon sein, daß einer Frau mit 30D ein Full-Cup-BH gegeben wird oder ein Plunge und es paßt überhaupt nicht und die Verkäuferin ist ratlos. Ich denke mir, da ist es vielleicht ganz sinnvoll, das Experiment mitzumachen, weil man damit zeigen kann, wo das Problem liegt. Beratung ist auch immer ein Lernprozess. Im übrigen kann man dabei auch selber immer wieder neue, spannende Erkenntnisse sammeln.

Punkt 5: Der schlechte Ruf der Busenfreundinnen
Leider sind die Busenfreundinnen sowas wie die Boogey-Women des deutschen Wäschebusiness. Sie gelten als neumalkluge Nörglerinnen mit mangelndem Respekt, absurden Größenvorstellungen und der Tendenz im Internet unfaire Berichte zu verfassen, die zudem grundsätzlich nur anprobieren und nie was kaufen. Tja. Wenn man sich mal an der eigenen Nase packt, ist da auch ein bißchen Wahrheit dran. Deswegen hab ich mich total gefreut, daß du den Thread eröffnet hast, Shirly. *sonne*
Ich denke, es wäre schön, wenn man auf beiden Seiten zu einer besseren Meinung übereinander kommen könnte und auch zu einem diplomatischeren Umgang.

Wir versuchen von Mod-Seite mittlerweile sehr stark darauf zu achten, daß Berichte über Läden so neutral wie möglich gefaßt sind. Nach Möglichkeit sollte von der subjektiven Erfahrung soweit abstrahiert werden, daß sie nicht mehr so unmittelbar daherkommt wie Und dann sagte die Verkäuferin mit abfälligem Blick "Na, Sie mit ihrer Figur können ja froh sein, daß Sie überhaupt was finden" und ihre Kollegin kicherte beifällig; wir bevorzugen eine Fassung wie beispielsweise Die Verkäuferinnen pflegen eine körpernormative Einstellung, die ich als verletzend empfand. Zum Sichauskotzen haben wir ja den Thread "Was sagen BH-Verkäuferinnen"; da kann man ordentlich Dampf ablassen, ohne daß wir eine Verleumdungsklage befürchten müssen.

Oft ist das Erlebnis aber gar nicht so dramatisch. Man ist einfach nur unzufrieden, weil die eigenen Erwartungen nicht erfüllt wurden und das konstruktiv zu formulieren wäre dann einfach eine bessere Option, also zu sagen, daß man sich ein größeres Angebot in dem und dem Bereich wünschen würde, als zu schreiben "Und dann haben sie auch nur xxx, das ist doch doof." Das ist jetzt so ein bißchen moralisch *räusper*, aber ich denke, daß an der Forderung daß man mit anderen Menschen so umgeht, wie man auch selber behandelt werden möchte, schon was dran ist und man daher sich daher in Respekt und Fairness üben sollte.

Genauso ist es vielleicht nachvollziehbar, daß sich eine Verkäuferin auf den Schlips getreten fühlt, wenn ihr jemand der seit zwei Wochen auf einem Messageboard aktiv ist, was über ihren Job erzählt, den sie seit 20 Jahren macht. Da muß man halt ein bißchen vorsichtig sein. Was ja nicht heißt, daß man zu allem Ja und Amen sagen muß...

Nur damit das nicht falsch rüberkommt: Ich will jetzt nicht die ganze Schuld am schlechten Ruf des Forums den einzelnen Userinnen zuschieben. Manche Verkäuferinnen sind einfach eine totale Katastrophe was Wissen um Passform und Größenangebot, Auftreten, körpernormative Vorstellungen usw. angeht. Es ist auch nicht zu leugnen, daß die Wäscheszene extrem angestaubt und einfahren ist und teilweise eine Tratsch-Mentalität wie auf dem Dorf herrscht, also jeder über jeden lästert und alle über das Forum, das sie als neumodische Bedrohung empfinden. Ist vielleicht so eine Frauengeschichte, who knows. Jedenfalls sollte man da als moralisch integere (lach) Busenfreundin drüberstehen.

Ich empfehle daher, sich notfalls zum Einkaufen Verstärkung mitzubringen, also jemanden, der einem den Rücken stärkt, idealiter die beste Freundin. Damit ist man dann schon viel gelassener und hat nicht so sehr das Gefühl, von einer evtl. dominant auftretenden Verkäuferin total untergebuttert zu werden. Über manche Sachen sollte man einfach hinwegsehen und keine große Diskussion anfangen, beispielsweise über so Zwischengrößen-Geschichten. (Zumal ja die hier immer noch präsente Übersetzung "nach Tabelle" null hinhaut.) Und dann muß man auch einfach mitbedenken, daß 99% aller Frauen die einen Laden betreten wirklich weniger Ahnung haben als die Verkäuferin und ein sehr großer Anteil dieser Frauen auch tatsächlich eine völlig falsche Größe trägt.

So, mein Wort zum Sonntag... *laptop*
(und da wundere ich mich, warum ich nicht zum Bloggen komme)
Follow the tiger rabbit to ★ drueber & drunter
Benutzeravatar
Moderatorin
BH-Größe: UK 32J • EU 
Alte BH-Größe: 36FF
UBU: 75 • 83 cm
BU: 109 • 111 • 118 cm
 
Beiträge: 10460
Registriert: 29.04.2009
Danke: 7571803
 

Re: Eine Busenfreundin im Wäschefachgeschäft

Beitragvon karotte » 3 September 2012, 08:23

Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen.

Ich selber versuche übrigens forumstypische Begriffe wie "Brötchen", "Orange im Glas", "ungefittet" usw. im Laden zu vermeiden, um nicht gleich als neunmalklug in die entsprechende Schublade einsortiert zu werden.

Wenn ich mal mir einer Freundin shoppen gehe und wir gefragt werden, ob wir Beratung brauchen oder wünschen, dann sag ich meistens etwas in der Art "Danke nein, wir kaufen schon seit 10 Jahren zusammen Unterwäsche und kennen uns aus." Bei den großen Ketten wie Change, Hunkemöller und in den Wäscheabteilungen großer Kaufhäuser wird das meistens auch akzeptiert, vor allem Samstags, wenn der Laden sowieso voll ist. Schwieriger ist es natürlich in einem kleinen Laden, in dem die Inhaberin selbst hinter der Theke steht. Der gebe ich dann schon die Chance zur Beratung und merke meist schon nach wenigen Augenblicken, ob das was werden könnte. Dabei sage ich schon bestimmt, was ich gerne hätte, diskutiere aber auch nicht, wenn sie mich hartnäckig vom Gegenteil überzeugen will. Dann muß sie ihren Umsatz halt mit anderen Kundinnen machen.
Benutzeravatar
 
Beiträge: 1718
Registriert: 19.02.2009
Danke: 48125
 

Re: Eine Busenfreundin im Wäschefachgeschäft

Beitragvon schleimi » 21 Oktober 2012, 11:16

Ich vermeide im Laden auch alle "Fachbegriffe" - ich sage, dass ich große Körbchen mit breiten Bügeln brauche, weil die an der Seite oft einschneiden, aber eben "obenrum tief geschnitten/nicht so viel Stoff", weil ich ja eben "doch nicht so viel Oberweite habe". Das funktioniert meistens prächtig, ich bekomme schöne Modelle vorgelegt - ein paar sind auch daneben, aber das kann man ja verschmerzen.
Benutzeravatar
BH-Größe: UK  • EU 70E/75D
Alte BH-Größe: 75A
UBU: 73 • 78,5 cm
BU: 89 • 87 • 91,5 cm
Schwanger: nein • am Stillen: nein
 
Beiträge: 232
Registriert: 16.06.2010
Danke: 3115
 

Re: Eine Busenfreundin im Wäschefachgeschäft

Beitragvon pina_colada » 21 Oktober 2012, 14:20

Oh, den Thread entdecke ich erst jetzt! Wenn ich etwas mehr Zeit habe, werde ich auch etwas ausführlicher dazu Stellung nehmen, da ich, ähnlich wie headology, ja jetzt auch schon seit etwa 9 Monaten hinter der Theke stehe und eine andere Perspektive kennengelernt habe. *ja*
Imperfection is beauty, madness is genius, and it's better to be absolutely ridiculous, than absolutely boring. Marilyn Monroe
Benutzeravatar
BH-Größe: UK 28F/FF 30E/F • EU 
Alte BH-Größe: 80B/75C
UBU: 66 • 73 cm
BU: 91 • 90 • 94 cm
 
Beiträge: 1521
Registriert: 11.02.2010
Wohnort: Österreich/ Nähe Wien
Danke: 16694
 
BH-log
Erstberatung

Re: Eine Busenfreundin im Wäschefachgeschäft

Beitragvon wintermama » 15 Mai 2013, 10:31

Kann mich headology einfach anschließen. Viel mehr gibt es nicht zu sagen.

Das mit den Größen stimmt. Die Anzahl der Kundinnen in den Geschäften, die nach 65er Größen fragen oder eine 65 bräuchten ist im Vergleich zu hier wirklich sehr gering. Wenn dann doch mal ein Modell in 65 da hängt, dann gefällt es meist nicht. Daher wird mir langsam klar, warum die Herstellen die Größen in Deutschland kaum anbieten.
Nun ist es so, das die Kunden in das Geschäft kommen nicht nur um beraten zu werden, sondern um wirklich einen BH zu kaufen. Wenn ich jetzt eine Kundin hab, die eigentlich eine 65 bräuchte, dann sag ich der das auch. Ich sag ihr auch, wo sie die Größe bekommen kann. Aber der größte Teil, oder besser sogar fast alle, wollen das Problem vor Ort gelöst haben und nicht erst sonst wohin fahren und online bestellen schon gar nicht. da haben sie ja keine Beratung, wissen nicht welche Größe, Passform...). Also muss man zu Diagonalgrößen greifen. Das ist den in den allermeisten Fällen auch recht so. Muss aber auch sagen, das mir ganz stark auffällt das die deutschen Frauen die Unterbrustbänder eh viel lieber weiter haben. Man legt da viel mehr Wert darauf, das man den BH hinten kaum sieht, als auf das Aussehen / Passform vorn. Die Frauen sehen Dinge, die man einfach nicht verstecken kann. Jede Frau hat Bindegewebe, egal welche Konfektionsgröße und alles kann man nicht unsichtbar machen- also wählen sie lieber das Band eine Nr. Größer, damit nichts einschneidet. Der BH muss in den meisten Fällen auch hübsch sein, hinten 3 Haken geht bei den meisten "flotten" Damen unter 60 gar nicht. Breite Träger begeistert die Kunden auch nicht...zumindest nicht im Sommer. Da kann man reden und erklären wie man will. Daran erkennt man, ob man eine Busenfreundin vor sich hat oder nicht. Ganz ehrlich, da hab ich lieber eine Busenfreundin vor mir, die dann allerdings vermutlich eher nichts kauft, weil die dann doch eher die Englischen Modell suchen.

Ansonsten sind Busenfreundinnen in Fachgeschäften vermutlich eher nicht so gern gesehen. Ich halte mich jetzt nicht für die top Verkäuferin, weil ich mit den Erfahrungen von euch noch nicht so mithalten kann. Der Grund ist, das die Schnitte der deutschen BHs doch anders sind. Ich finde eure Disskussionen äußerst spannend und hab auch schon wirklich viel dazu gelernt und behaupte sogar, das ich mich größenmäßig und passformmäßig besser auskenne als viele andere Verkäuferinnen- nur anwenden kann ich es nicht oft, weil wie gesagt, die Kunden in den Laden kommen und einen BH wollen. Jede Kundin die ich wegschicke, fühlt sich als Außenseiterin, weil sie im normalen Fachgeschäft nicht die passende Größe bekommt. Wobei für viele Damen schon eine Welt zusammen bricht, wenn sie C-Cup möchten, ich aber E- Cup empfehle. Größer als D ist für viele ganz schlimm. Ob das ein allgemeines Unbehagen ist, oder ob es daran liegt, das die Kunden wissen, im günstigeren Preissegment ( C&A, H&M)... keine BHs mehr kaufen zu können, weiß ich nicht.

Ganz schlimm sind Kundinnen, die sich Verstärkung mitbringen, die aber null Ahnung haben - was sehr oft der Fall ist. Ich hab es ganz oft, das ich die Kundin ausmesse, ihr eine Auswahl an BHs zum probieren aussuche ( mit ihr gemeinsam natürlich)und sie erstmal probieren lasse. Wir schauen dann alle drauf, ich find es klasse, die Kundin noch unentschlossen und die Freundin stürzt los und holt noch zig andere BHs in einer anderen Größe. "Probier doch mal, der passt dir bestimmt auch, der sieht viel schöner aus....dann weiß ich, ich kann mich ausklinken, gegen die hab ich keine Chance. Chaos ist dann natürlich vorprogrammiert. nicht selten darf ich dann 20 BHs wegräumen um die Freundin davon abzuhalten alles falsch wieder ein zu sortieren. Die Kundin kauft dann natürlich was der Freundin gefällt und nicht was ich für passend halte.

Gegen eine Busenfreundin hätte ich dagegen nichts einzuwenden. Erstens lernt man immer noch etwas dazu und man wird in jeder Branche erleben, das jemand etwas noch besser kann. Es gibt Frauen, die sind im Drogeriebereich besser informiert als die Verkäuferin, das kann im Technikbereich ganz genau so sein. Kommt halt immer darauf an, womit man sich so befasst. Das heißt ja nicht, das die Verkäuferin ihren Job verfehlt hat. Die Damen werden daraufhin geschult was sie verkaufen- daher kennt eine "Normalo-Wäscheverkäuferin, die mit deutschen- französischen ...Marken zu tun hat, keine englischen Zwischengrößen.Ich kann die Größen inzwischen auch umrechnen, aber was nützt es, wenn ich die Größen eh nicht habe.Die Damen gehen ins Fachgeschäft um anprobieren zu können und beraten zu werden. Das alles hat man beim Onlinehandel nicht. Also wird die unsichere Kundin niemals online bestellen. Ich hatte auch schon Kundinnen die bei Otto.... bestellt haben und nichts passte, die werden garantiert erst recht nicht in England bestellen.

Fazit, ich berate so gut ich kann, ehrlich natürlich. Bei mir gehen auch Kunden ohne Kauf nach Hause mit dem Hinweis, wo sie sich hinwenden können. Möchten sie dies nicht, dann schau ich nach Diagonalgrößen.

Was sogenannte Randgrößen betrifft größer als H, oder größer als 90 ( 90er gibt es zwar viele Modelle, aber wenige die junge Schnittformen haben), sowie Modefarben in Randgrößen muss ich headology auch Recht geben. Die Kundinnen fragen zwar noch Modefarben aber wenn man mal welche hat, dann greifen sie doch meist auf herrkömmliche Farben zurück. Ist möglicherweise eine Preisfrage, auch weil schwarz, weiß, Haut, creme Farben sind, wo man alles dazu kombinieren kann. Mir ist auch aufgefallen, das die Damen mit solchen Größen meist nicht das Höschen dazu kaufen ( auch aus Preisgründen) und eben dann ein lila oder roter BH nicht so schön zu einem schwarzen oder weißen Slip passt.

Ich denke das ganze Kaufverhalten ist im Alltag ganz anders als hier. Ich bin unter meinen Kolleginnen glaub ich die, die am seltensten Minimizer verkauft. Hatte schon Kundinnen mit C oder gar B-Cup die einen Minimizer wollten !!!!!! Schlimm. Die Auswahl der Minimizer in D ist echt enorm, finde ich völlig daneben. Die Kunden wollen es aber auch. Oder wattierte BHs, da kommen schon 70 jährige Omas, die wattierte BHs wollen. Die kaufen dann auch noch Modelle, wo die Passform eigentlich eher für jüngere sind. Egal, Hauptsache schöne Farben, nicht teuer und passt.
Aber es gibt auch tolle Kundinnen, die gaaaaaaaaaaaaaaanz dankbar sind und immer wieder gern kommen und sich für die tolle ehrliche Beratung bedanken.

Ich glaub jetzt bin ich etwas abgeschweift vom Thema ;o)

Busenfreundinnen verursachen vermutlich vielen a, ein schlechte Gewissen über Unwissenheit, kommen b, besserwisserisch rüber.
Probiere ich woanders mal einen BH, dann sag ich immer: " Danke, ich komme allein zurecht, bin da schon geschult drin und ruf sie, falls ich unsicher bin".Das ist freundlich, nicht eingebildet und keine muss sich da auf den Schlips getreten fühlen.
Benutzeravatar
BH-Größe: UK  • EU 70B, 70C
UBU: 67 • 69 cm
BU: 78 • 77 • 81 cm
 
Beiträge: 228
Registriert: 24.06.2009
Danke: 0 • 21
 

Zurück zu BH-Läden und persönliche BH-Beratung