Mode versus Individualität bei BHs

Alles zum Thema BHs und Bra Fitting was sonst nirgends reinpasst.

Re: Mode versus Individualität bei BHs

Beitragvon headology » 23 Juni 2016, 17:13

hayashi hat geschrieben:
Angie86 hat geschrieben:Durch irgendeinen Link in irgendeinem der hier verlinkten Artikel kam ich eben auf diesen Artikel:
http://www.jetzt.de/lexikon/wie-finde-ich-einen-bh-der-mir-passt-556552
Und mir blieb kurz die Spucke weg, als ich den Satz hier las: „Der Steg zwischen der Brust soll nicht anliegen,..." - und das von einer Christine Heisler, lt. Text Brand Managerin bei Triumph - da wundert mich gar nix mehr...........


Die gute Frau ignoriert ja auch, dass die Tabellen aus einer Zeit ohne Elasthan stammen.
Irgendwie sehr... antiquiert.


Glaubt ihr nicht, dass das einfach ein Tippfehler ist und sich da ein 'nicht' reingemogelt hat?
Einen minimal schwebenden Steg im 1, 2, 3 Millimeterbereich würde ich noch als anliegend gelten lassen, wenn die Konstruktion nicht rutscht und rubbelt. Der Brustkorb ist ja oftmals vorne flach oder sogar konkav.
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Re: Mode versus Individualität bei BHs

Beitragvon Dandelion » 23 Juni 2016, 17:14

Angie86 hat geschrieben:Durch irgendeinen Link in irgendeinem der hier verlinkten Artikel kam ich eben auf diesen Artikel:
http://www.jetzt.de/lexikon/wie-finde-ich-einen-bh-der-mir-passt-556552
Und mir blieb kurz die Spucke weg, als ich den Satz hier las: „Der Steg zwischen der Brust soll nicht anliegen,..." - und das von einer Christine Heisler, lt. Text Brand Managerin bei Triumph - da wundert mich gar nix mehr...........


Ich habe den Text gelesen und war sehr enttäuscht.
Ich zitier mal aus diesem Link:

Christine Heisler, Brand Managerin der Firma "Triumph" weiß aus Erfahrung, dass jede zweite deutsche Frau die falsche BH-Größe trägt.
Damit wird Frauen doch nur wieder suggeriert, dass es "die ein Größe gibt" - schade.
Und dass eine Managerin mit Erfahrungswissen argumentiert, ist ... .

„Laut ärztlichen Studien können schlecht sitzende BHs sogar zu Verspannungen und starken Kopfschmerzen führen“, sagt sie.
Es gibt ärztliche Beobachtungen (die kontroversesten!), aber meines Wissens nach keine einzige Studie dazu, also (leider) überhaupt gar nichts Gesichertes. Wenn man sich auf Studien beruft, dann muß man sie auch nennen, sonst bekommts sofort den Beigeschmack der Unseriiosität.

Der BH sitzt optimal, wenn zwischen dem Unterbrustband und dem Körper noch zwei Fingerbreiten hineinpassen.
... gequetscht oder mindestens? ;)
Wenn man wirklich nur 2 Finger grad eben unter das Band bekommen würde, wäre vermutlich ein Atemstillstand absehbar.
Sowas als allgemeingültig (unabhängig von der Art des Bandes, dem BH, den Bedürfnissen der Frau usw.) zu postulieren, finde ich arg daneben.
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Re: Mode versus Individualität bei BHs

Beitragvon neon_cookie » 23 Juni 2016, 18:14

Auf Arte lief letztens eine interessante Doku zur Geschichte des BHs in Hollywood: http://busenfreundinnen.net/viewtopic.php?f=19&t=49765

Vielleicht findet man die noch in der Mediathek oder so. :)

Übrigens habe ich eher den Eindruck, dass gerade im Moment die natürliche Form der Brust wieder auf dem Vormarsch ist. Das Bralett, das zur Zeit stark in Mode ist, pusht nicht und ist ungepaddet.
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Re: Mode versus Individualität bei BHs

Beitragvon Kratze » 23 Juni 2016, 18:58

Sind Braletts nicht in wegen des Trends, lange, fließende Achseltops zu tragen, die vom seitlichen Armausschnitt bis unter Brustebene geht, so dass das Bralett mit als "zeigbares Kleidungsstück" Teil des Outfits wird?
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Re: Mode versus Individualität bei BHs

Beitragvon neon_cookie » 23 Juni 2016, 20:42

Das ist bestimmt mit ein Grund, wobei ich da eher Bandeaus als das Mittel der Wahl einordnen würde. Bralets würde ich eher in die Ecke Hippie-Trend einordnen, also frei von allen gesellschaftlichen Zwängen usw., und gerade der starre BH der 60er wurde von vielen Frauen als ein Inbegriff des gesellschaftlichen Zwanges interpretiert.
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Re: Mode versus Individualität bei BHs

Beitragvon Dandelion » 24 Juni 2016, 08:34

Bralets kenne ich nicht (?), zumindest nicht den Brgriff.
Sind das diese Bustiers, die wie Mini-Tops ausshen, die nur die Brust und ggfs. ein paar cm darunter verdecken, Spagettiträger oder ganz schmale Träger haben?

Ich habe aus den 90ern davon noch etliche (z.T. aus Baumwolle, schwarz mit viel Spitze und Schnürung, z.T. ganz schlicht und ganz knapp, z.T. sogar aus Jeansmaterial mit einer Art vorgeformten Cups usw..)
Damals trug man die entweder statt BHs oder (die schickeren) sogar zur Jeans (Jeans wurden ja unter dem Gürtel, der sich natürlich nicht in den Gürtelschalufen, sondern darunter befand, noch hochgezogen, und so sah man nur ein paar cm Haut zwischen Jeans und Bustier).

Ich denke, unter langen und ziemlich ausgeschnittenen Tops trägt man eher Bandeaus (also ohne Träger) über einem BH - so tun es jedenfalls meine große Tochter (18) und ihre Freundinnen (in den 80ern trug man idealerweise gar nichts unter ziemlich riesigen Tops mit enormen Arm- und Halsausschnitten - :D ).

Apropos Kids - beide Töchter wollten direkt (so mit ca. 12 Jahren) gepaddete BHs haben, weil alles andere sehr "uncool" sei - sie haben das bei den Mitschülerinnen so gesehen.
Ob das überall bei ganz jungen Mädchen so ist, kann ich nicht beurteilen, aber es würde dem Trend (s. Eingangspost) entsprechen.
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Re: Mode versus Individualität bei BHs

Beitragvon müsLi-4 » 24 Juni 2016, 10:56

Bandeaus sind diese Schlauchtops die man unter weiten Armausschnitten ect. trägt.
Bralets sind ähnlich wie Triangel Bikins, also ohne Bügel, meist dreieckige Stoffteile über der Brust mit lockeren UBB und Trägern.
Soweit zu meiner "Interpretation"

Ich kann von mir selber sagen dass ich vor meiner Busenfreundinnen Zeit auch nur gepaddete BHs trug. Zum einen dass sich die BW nicht abzeichnen und keine "ist dir kalt" Sprüche kommen, zum anderen weil ungepaddete BHs bei uns nur Minimizer oder Fullcup BHs waren, ganz nach der Kategorie Rollkragenpullover, die mit Ästhetik nichts zu tun hatten.
Bei den Gepaddeten war es ok, einen schlichten T-shirt BH zu tragen, aber so ein ungepaddeter Xena-Panzer, galt in meiner Schulzeit schon auch als sehr uncool, grad so als ob man die alten BHs der Mutter trägt oder so.

Auch die Reaktion meiner Cousine beim letzten Unterwäschekauf war äußert unerfreut, als ich ihr einen ungepaddeten in die Kabine brachte. Ich denke dass sie von den gleichen Modeidealen beeinflusst ist wie ich es war.
Wer kann denn auch aus dem typischen Sortiment von Triumph (das einzige halbwegs akzeptable Unterwäschegeschäft bei uns in der Gegend) daraus schließen, dass es so Schönheiten gibt wie meine Marcie in burgund *love*
Rettet die Erde! Sie ist der einzige Planet mit Schokolade! :)
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Re: Mode versus Individualität bei BHs

Beitragvon pecten » 16 Juli 2016, 11:17

Ich trage nie gepaddete BHS, weil ich sie weder brauche noch mag noch sie mir passen. Weder zum (Achtung: Entschuldigung im Voraus an alle, die sich von folgender Formulierung auf die Zehen getreten fühlen könnten) Volumen-Aufpolstern noch wegen sich zeigenden BW (meine sind da unauffällig und wären sie es nicht, wäre mir das absolut egal).

Der Artikel (den ich als etwas diktatorisch empfinde) scheint davon auszugehen, dass de facto ausschließlich gepaddete und artverwandte BHs getragen werden (sinngemäßes Zitat: "überall präsente/s Schaumstoffschalen/Padding): Das finde ich eine falsche Aussage. Es gibt massenhaft ungepaddete, sie werden gekauft - die Verf scheint hauptsächlich auf Läden wie H&M abzustellen, die echt nix anderes kennen. Ordentliche Recherche steckt DA sicher nicht dahinter.

Außerdem: Wo im Artikel steht was von Individualität? Vielleicht führt mich jetzt die Threadüberschrift in die Irre, aber ich hätte als Topic z. B. dann eher erwartet "BH maßgeschneidert contra von der Stange". Dass normalerweise nix, was man im Laden kauft, individuell ist (sein kann), sollte man eigentlich kapiert haben.

Insgesamt zum Artikel: Welche Welt er auch immer beschreibt - meine ist es nicht, und ich finde ihn ein Stück mangelhafter journalistischer Arbeit.
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Re: Mode versus Individualität bei BHs

Beitragvon Dandelion » 16 Juli 2016, 13:12

Schon immer war der ideale Busen einer, der je nach der Mode der Epoche stilisiert wurde. Mal kam er platt, mal kugelig daher. Aber wohl noch nie war das propagierte Ideal gleichzeitig so prall und so entsexualisiert wie heute. Die Brust im Jahr 2012 ist auffällig-unauffällig gepusht, gepaddet oder gepastet. Quasi too fake to be naked.

Sorry, aber das Englische passt zum Thema Dessous. Sucht man nach den Ursprüngen der jüngsten Aufpolsterungswelle, landet man bei der amerikanischen Marke Wonderbra, die 1994 erstmals mit dickem Marketingetat und Hilfe des Models Eva Herzigova die – nicht ganz neue – Idee propagierte, ein kleiner Busen gehöre mit einer halbmondförmigen Einlage nach oben geschoben.

Heute setzen auch viele Frauen jenseits der A-Cups auf die Technik. Bei einer Umfrage von Vogue.com unter 2000 Frauen wählten 34 Prozent den Push-up zur beliebtesten BH-Form.

Gefragt sind auch Büstenhalter mit gleichmäßig verstärkten Schalen, die den Busen nicht hochschieben, aber die runde Form vorgeben, in die er sich zu schmiegen hat. Es wird nirgendwo zentral erfasst, wie viel von den hierzulande im vergangenen Jahr verkauften rund 100 Millionen BHs derart aufgerüstet sind. Aber Kaufhof zum Beispiel beziffert den Anteil irgendwie aufgepolsterter BHs auf zwei Drittel des Sortiments.



Wie man in Internetforen nachlesen kann, steigen manche Frauen sogar mit BH ins Bett, sei es zum Schlafen oder zum Sex, genau wie es Carry in der Serie "Sex and The City" vormachte.

Das passt zu Beobachtungen der Modetheoretikerin Birgit Haase, die sich angesichts des neumodischen Optimierungsaufwands für Brüste an die Belle Epoque der 1880er-Jahre erinnert fühlt. "Damals trugen Frauen Korsetts, um den Körper zu einem Ideal zu formen. Heute lassen sich die Frauen operieren oder kaufen eben Push-up-BHs." Nur oberflächlich sei alles freizügiger als früher. "In Wirklichkeit geht es darum, die Natur in die Schranken zu weisen", sagt Haase. Das Prinzip Photoshop erobert das echte Leben. Das Phänomen des neuen Polsterkorsetts der Frau ist allerdings kaum untersucht: "Mir ist keine seriöse Studie bekannt", sagt Haase.

http://www.welt.de/lifestyle/article106 ... -2012.html

Leider scheint es nur wenige Umfragen und einige (öffentliche) Verkaufszahlen zu geben und man weiß, dass jüngere Frauen eher zu Polster-BHs greifen als ältere - wie sich das ganze historisch einordnen läßt, wird man wohl erst viel später retrospektiv erfahren.

Allerdings ist dieser Artikel von 2012 und schon er weist auf Gegenbewegungen hin:

Für Blush entwirft sie vor allem leichte Triangel-Büstenhalter aus Netztüll. "Uns sagen Einkäufer oft, so etwas sei nicht mehr gefragt. Aber bei uns im Laden laufen gerade diese Modelle gut", erzählt sie, die selbst meist lieber ungepaddete BHs trägt.
...
Vielleicht ist Blush ja ein Trendsetter für die Rückkehr zu mehr Natur. Die Abrüstung am Körbchen würde zur Mode passen, die weiter wird, wie die jüngst in Paris und Mailand gezeigten oversized geschnittenen Kollektionen illustrieren.
...
Produktmanagerin Ritsch kann sogar einen leichten Trend "weg von der Schale" erkennen. Was auch daran liegt, dass die Frau statistisch obenrum immer mehr zulegt, laut Reihenmessungen zwischen 1994 und 2009 immerhin um 2,4 Zentimeter. "Das sind nicht nur operierte Frauen, die möglichst viel zeigen wollen", sagt Ritsch. "Etliche Kundinnen gerade in größerem Cup-Bereich wollen nicht noch Schaum vorne drauf."

http://www.welt.de/lifestyle/article106 ... -2012.html

Und falls sich noch jemand grundlegende Fragen gestellt, hier etwas zum Schmunzeln:
http://www.welt.de/gesundheit/article45 ... Busen.html
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